The Peter and Gertrud Klopp Family Project

Reflections on Life, Family and Community

Category Archives: Submissions

Über menschliche Werte im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben – 4. Teil

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A010

Dankbarkeit

Von Albert Schweitzer stammt der Hinweis: „Der Mensch, dem du Dankbarkeit schuldest, sei dir nie ein Mensch wie ein anderer und werde es nie, sondern bleibe dir etwas Besonderes, wie etwas, das dir geheiligt ist.” Doch sollte man als „Beschenkter” sich nicht als „Schuldner” fühlen, der etwas gut zu machen oder zu entgelten hat. Wichtig sei, die Dankbarkeit zu zeigen und auch auszusprechen. Denn ausbleibende Dankbarkeit führt zu Enttäuschungen und bewirkt das Gegenteil von dem, was Albert Schweitzer noch zur Dankbarkeit gesagt hat: „Die dankbaren Menschen geben den anderen Kraft zum Guten.”

Dankbarkeit darf vor allem auch nicht fehlen, wenn Menschen zusammen leben, stellt Wolfgang Teichert (in Möllering und Behlau) fest. „Auch wenn sie noch so geringfügig ist und man Dankbarkeit nicht gleich überall entdeckt. Während der dankbare Mensch das Empfangene im Gedächtnis behält, hat der Undankbare es schnell vergessen, weil er es für etwas Selbstverständliches hält. Durch undankbares Verhalten stellt sich der Mensch aber selbst ins gesellschaftliche Abseits. Dankbarkeit gestaltet das menschliche Zusammenleben freundlich, denn sie beruht ja nicht auf dem Prinzip der Leistung und Gegenleistung. Dankbarkeit ist in erster Linie eine Herzenssache, denn sie will nicht nur ausgesprochen, sondern tief empfunden sein. Auch wenn es keine persönlichen „Geber” gibt, sollte man Dankbarkeit empfinden: So sollte man dafür dankbar sein, dass man gesund ist und vor Unheil bewahrt bleibt, wenn man zu essen hat und nicht Hunger leidet, wenn man in harmonischen Familienverhältnissen leben kann, wenn etwas vollbracht ist, was viel Mühe bereitet hat, wenn man lieben Menschen begegnet, wenn man zu besserer Erkenntnis oder Einsicht gelangt ist. Es gibt ja so vieles, wofür man dankbar sein muss, was aber vielen Menschen als selbstverständlich erscheint. Dankbarkeit spielte zum Beispiel auch bei dem Entschluss des Studenten Albert Schweitzer eine Rolle, vom dreißigsten Lebensjahr an Mensch für Menschen sein zu wollen, was er dann ja auch verwirklicht hat. So gehören das Danken und das Denken zusammen, denn Undankbarkeit beruht allzu oft auf Gedankenlosigkeit. „Dankbarkeit beglückt, weil man sie so selten sichtbar erlebt”, fand Stefan Zweig.

Über menschliche Werte im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben – 3. Teil

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Albert_Schweitzer_in_Lambarene_1964

Albert Schweitzer in Lambarene 1964 – Photo Credit: Wikipedia

Barmherzigkeit

In den Seligpreisungen seiner Bergpredigt, die Albert Schweitzer als die „Rechtsurkunde des freien Christentums” bezeichnet hat, nennt Jesu auch die Barmherzigkeit. Sie bedeutet Erbarmen haben mit körperlich oder seelisch leidenden Menschen, aber auch mit der leidenden Kreatur im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben. Barmherzigkeit gegenüber allen Geschöpfen, wie Schweitzer es einschließt, bedeutet zum Beispiel Verzicht auf eine Tierhaltung, die Leiden verursacht. Beim Erbarmen spielt die Schuld des leidenden Wesens keine Rolle. So hat man nicht nur mit redlichen Menschen Erbarmen, sondern ebenso mit solchen, die nach dem Gesetz oder der geltenden Moral schuldig geworden sind. Ebenso hat der ethische Mensch Erbarmen auch mit Ausländern, die illegal eingereist, hier ausgenutzt und dann in Abschiebehaft gelangt sind. Er hat Erbarmen nicht nur mit Opfern der Gewalt, sondern auch mit Tätern, die zu Reue und Einsicht gekommen sind.

Albert Schweitzer schreibt in seiner Kulturphilosophie: „Wo nur meine Person in Frage steht, darf ich immer geduldig sein, immer verzeihen, immer Nachsicht üben, immer barmherzig sein. Jeder von uns kommt aber in die Lage, dass er nicht nur für sich, sondern auch für eine Sache verantwortlich ist und dann zu Entscheidungen genötigt wird, die gegen die persönliche Sittlichkeit gehen.” Auch in diesem Falle sollte man Barmherzigkeit walten lassen. Denn Barmherzigkeit zu üben, bedeutet auch ethische Freiheit von der Welt, wodurch der Barmherzige größer und stärker wird.

Mit dem Hinweis auf seinen Entschluss, nach Afrika zu gehen, beruft sich Schweitzer auf die Barmherzigkeit, die Jesus und die Religion befehlen. „Zugleich aber wende ich mich an das elementare Denken und Vorstellen. Nicht als ein,gutes Werk’, sondern als unabweisliche Pflicht soll um das, was unter den farbigen zu tun ist, erscheinen …In Ehrfurcht vor dem Leben und in tiefem Empfinden für Weh und Angst haben wir in suchender Barmherzigkeit zu dienen und Erlösung zu bringen. Wo wir aus Notwendigkeit so oft Leid und Tod über Geschöpfe bringen, müssen wir da, wo wir als Freie handeln dürfen, umso mehr darauf aus sein, sie zu schonen und ihnen Helfer zu sein.”

Über menschliche Werte im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben – 2. Teil

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A012Anteilnahme

Sprichwörter sagen: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteilte Freude ist doppelte Freude.” Am Schmerz und an der Freude von Mitmenschen teilzuhaben, ist ein wichtiger Ausdruck von Menschlichkeit. Denn Anteilnahme hilft, seelische und körperliche Leiden zu ertragen und zu überstehen; aber auch erfahrenes Glück hilft es, tiefer zu empfinden. Doch Anteilnahme muss von erzen kommen und darf keine Floskel nach dem Muster: „Schönen Tag noch!” sein. Anteilnahme bedeutet, dass man Leid und Freude des Mitmenschen mitempfindet und ebenso betroffen ist wie er selbst. Anteilnahme zu zeigen erfordert aber auch ein Gespür, wie weit sie gehen darf. Oft fehlen die richtigen Worte, dann genügt ein Händedruck, eine Umarmung oder auch nur ein Blick. Hilfe kann oft auch durch Taten zum Ausdruck kommen und Trost spenden. Die Anteilnahme muss natürlich ehrlich gemeint sein, sonst sollte man auf Zuspruch lieber verzichten.

Nun gibt es auch Berufe, in denen man ständig mit hilfs­bedürftigen, unglücklichen, leidenden Menschen zu tun hat. So kann kein Arzt, keine Krankenschwester, kein Pfleger oder Geistlicher mit seinen Patienten, Anvertrauten in vollem Umfang mitleiden. Sie brauchen neben der Nähe auch die Distanz.

Anteilnahme ist ebenso eine gesellschaftliche wie politische Notwendigkeit. „Natürlich kann ein Politiker nicht jedes Schicksal eines Arbeitslosen zu seiner Sache machen”, schreibt Jutta Schreur (in Möllering und Behlau). „Aber er – oder sie – muss ein Gespür dafür behalten, dass hinter jeder Statistik solche Einzelschicksale stehen …” Ein Vorbild aus der Politik auch in dieser Hinsicht war für mich die Sozialministerin des Landes Brandenburg, Regine Hildebrandt, die ihre Anteilnahme stets mutig und deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Sie hat dafür nicht immer nur Beifall geerntet. Für mich ist sie ein Beispiel dafür, dass man ethische Werte auch in der Politik verwirklichen kann – wenn man Charakter hat.

Wenn wir von Anteilnahme sprechen, muss bewusst bleiben, dass es um Menschen geht, nicht um eine „höheres Ideal oder Ziel”. Es geht um die Ehrfurcht vor dem Leben und dem Schicksal eines Menschen neben mir. „Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur”, schreibt Albert Schweitzer, „wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgendetwas Lebendigem Schaden zuzufügen.”

Baroness Anna von Waldenfels (née Klopp) – Part XIX

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New Beginning for Anna and Ludwig von Waldenfels

From Gauting as their starting point, Anna and Ludwig von Waldenfels, both already at retirement age, began once again to build up a foundation for their livelihood. At the end of 1947, they leased one half of the former Wehrmacht training camp Pentenried, which had become the possession of the State of Bavaria. They purchased the living and material inventory for the property. The couple kept about 15 to 20 cows, 2 or 3 teams of horses, 2 German shepherds; they had access and use of a tractor and employed three coachmen, also Walter Schirrmeister, their former estate manager of Panwitz, as well as a certain Ulrich Kennemann, and between February 1948 and February 1949 their nephew Karl Klopp (1929 – 2019) [Peter’s brother]. At the beginning of 1950, the couple von Waldenfels gave up the lease again and went into retirement. Ludwig was 75, and Anna was 65 years old. Today there remains very little of the Pentenried estate, a few outbuildings, and a hall with pigs’ troughs dating back to the army years.

Anna and Ludwig acquired subsequently the house at Hauptstraße 1 in Söcking near Starnberg and there they spent their golden years. On 17 March 1954, Ludwig von Waldenfels died at the age of 79. His wife had him buried in his Bavarian officer’s uniform. In September 1990, the author of the Klopp Chronicles, which I am translating into English, Eberhard Klopp, visited the neglected gravesite and found Ludwig’s wooden cross, which while still showing name and vital dates of the deceased von Waldenfels had due to weathering greatly deteriorated over the past four decades. Ludwig’s unserviced gravesite No. 84/85 is located at the forest cemetery of Söcking. One searches in vain for the mention of Anna von Waldenfels (née Klopp), who has also been buried here in 1967.

Baroness Anna von Waldenfels (née Klopp) – Part XVIII

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Escape from the Horrors of War

On the morning of 29 January 1945 Ludwig von Waldenfels was totally against leaving Panwitz. Being a former WW1 officer of the Bavarian army, he planned to hide in the forests of Panwitz and armed with a pistol intended to sacrifice his life if necessary. His wife Anna knew how to curtail such dramatic, but senseless undertaking and with gentle force manoeuvred him into the waiting car.

The population of East Brandenburg (to which Panwitz belonged) experienced all the brutalities of the Russian hordes. The people percentage-wise paid the highest blood tribute rendered in 1945 at their expulsion from the German eastern provinces. In Rogsen alone, a village of 761 inhabitants 10 km south of Panwitz, a dozen men were shot and on the night of 29 January 1945 forty brutally raped women and girls committed suicide. Already in the afternoon of the same day, Soviet artillery shot from Heidemühl and Kupfermühle at a distance of 5km into Meseritz.

For Ludwig and Anna, in view of the military situation, there was only one escape route. It led over icy and snowed-in country lanes via Lagowitz and Brätz to the main connecting road to Schwiebus. With little luggage and the few things on their body, the couple reached after one week of travel Gauting near Munich. There they found first reception at their brother/brother-in-law Ernst von Waldenfels (1877 – 1955). He was a bank chief inspector and lived at 10 Hindenburg Street. He was in charge of money matters before the chaotic times set in. Here they experienced the arrival of the Americans and thus survived the war’s end.

Within just a few hours a life’s work and dream had sunk into oblivion. Only the nostalgic feelings of 18 years of Panwitz and Lagowitz remained, which nobody of the former residence would ever see again. Alive remains the memory of the shadowy gravesite of grandmother Emma Klopp (née Bauer) in the park of the Panwitz estate. Her final resting place was supposed to have become the family gravesite of the Klopp and von Waldenfels clans. The fury of war and the greatest mass expulsion in history had swept all this away.

Baroness Anna von Waldenfels (née Klopp) – Part XVII

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Narrow Escape and Loss of Property

In the early part of 1945 Georg’s wife, Ilse  von Waldenfels escaped just in time from the rapidly advancing  Red Army. After briefly visiting acquaintances at Lake Scharmützel near Berlin she reached Berghorst in the Münster region in Northwest Germany, where her mother Helene née Wattendorf (1881 – 1973) resided. Georg after joining her as reported earlier became shortly afterwards a British POW and was interned in Recklinghausen until 1947. His entire property had been confiscated on account of his SS membership. There are some vague indications about Georg having been summoned as a witness against Genraloberst of the SS, Sepp Dietrich, in court proceedings at the Nuremberg war crime tribunal or at the Malmedy  Court, in which his former boss received a life sentence for being responsible for the shooting of POW’s during the Ardennes Offensive. The author Eberhard Klopp of these family chronicles did not further explore the connections of these claims. At any rate, Ilse von Waldenfels was able to send family care parcels to her interned husband in Recklinghausen.

By the end of January 1945, the Red Army was approaching the town of Tirschtiegel, which the Wehrmacht (regular German army) and SS units were defending on 30 January. Soviet units were breaking through the so-called ‘Obra Position’ and advanced on 28 January south and north of Tirschtiegel in a pincer attack all the way to the road connecting Meseritz and Bentschen. After the conquest of Bauchwitz only 5km north of Panwitz the Soviets not only blocked to the defenders the retreat from Tirschtiegel, but also to the rural inhabitants the escape route to the railway station in Meseritz.

Anna von Waldenfels describes the loss of her beloved Panwitz. “We were totally unaware the Russians with their tanks were ready to strike at any moment being only 5 km away from us. A general of the SS came by and told us that he would take us to Berlin if we would make up our mind immediately. He warned, ‘Tomorrow you all will be hanging from a tree’. Indeed that’s what happened to all our neighbours who stayed behind. For us to escape was truly a miracle”. On the very next morning (29 January 1945) the Russians had occupied the entire county. All men were shot and all women were raped by the Asian hordes.

To be continued next Friday …

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