Carthage: Love Story Chapter II Part 11

This time the Google translation into English was not as good as usual. If you know German, read the original version for a better understanding of what Publius is trying to say about nature.

Carthage by Peter Klopp ©

Eternal Beauty of Nature

It was a nice walk. Even though the armour was a little tight, they still kept their eyes open for the autumn colours that were shining brightly everywhere. Nature had its own law of beauty and did not need to conform to the numerous styles of the time to be able to impress again and again. There was something absolute in her that needed no change, and yet wore a new dress every day. To their left, a clearing afforded a view of the lake. The legionnaires stood there, delighted, for a brief moment. It seemed to them as if the water added a hue to the deep blue of the cloudless sky, making it appear even brighter and clearer in the autumn landscape than the eternal world of Sol above. Gray-brown withered reeds framed the all-too-glaring area like a soothing frame, while the bloody red that surrounded the beech forest did not tolerate the reeds, which were creating a gloomy mood.

A cushion of moss and grass ensured that the green from nature’s immense pot of colour was not neglected. Sometimes a dark fir tree broke up the uniform brightness. It knew how to draw attention to herself with her jagged outlines. The splendour didn’t end there. A rock face, rising above everything, appeared brilliantly white in the sun. It stood out sharply and clearly, like a finger stretched out in warning, against the sky. 

Publius thought he knew what fascinated him so much about the natural painting. All of a sudden, he had grasped the seemingly incomprehensible thing and would have said it out loud if he had been alone. The unique beauty cannot be found in any particular style of an art era, but only out in nature, which proves its perfection to the serious viewer every day. Perfection is beauty! This is obvious to anyone who remembers that only nature can achieve the ingenious masterpiece of allowing each part of itself to be seen as the opposite of the other, and yet combining everything into a harmonious whole. Stark contrasts, complete differences and yet perfect harmony are the golden keys to beauty. 

“Claudia is a pretty girl, isn’t she, Publius?” Lucius interrupted his thoughts. 

“Yes, she’s pretty,” he said simply. They continued their way to the camp in silence.

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Ewige Schönheit der Natur

Es wurde ein schöner Spaziergang. Wenn auch die Rüstung ein wenig drückte, hielten sie doch ihre Augen offen für die Herbstfarben, die überall bunt auf sie einwirkten. Die Natur hatte ihr eigenes Gesetz für Schönheit und brauchte sich nicht nach den zahlreichen Stilen der Zeit zu richten, um immer wieder neu beeindruckend zu können. In ihr lag etwas Absolutes, das keiner Änderung bedurfte und das doch jeden Tag ein neues Kleid anzog. Links von ihnen gab eine Lichtung den Blick zum See frei. Entzückt blieben die Legionäre für einen kurzen Augenblick stehen. Es schien ihnen, als ob das Wasser dem tiefen Blau des wolkenlosen Himmels einen Farbton hinzumischte und so sich noch leuchtender und klarer in die Herbstlandschaft stellte, als die ewige Welt des Sols über ihn. Grau-braun verwelktes Schilf fasste wie ein Rahmen die allzu grelle Fläche lindernd ein, während das blutige Rot, das sich anschließenden Buchenwald nicht duldete, dass eine düstere Stimmung durch das Schilf aufkam. Es schmiegte sich dem Wind mit graziösen Bewegungen an. 

Ein Polster von Moos und Gras sorgte, dass das Grün aus dem unermesslichen Farbtopf der Natur nicht zu kurz kam. Bisweilen lockerte eine dunkle Tanne die gleichförmige Helligkeit auf. Sie wusste, das Auge durch ihre zackigen Umrisse auf sich zu lenken. Damit hatte die Pracht noch längst kein Ende. Eine sich über alles erhebende Felswand zeigte sich in der Sonne im strahlenden Weiß. Scharf und deutlich, wie ein mahnend ausgestreckter Finger, zeichneten sie sich gegen den Himmel ab. 

Publius glaubte zu ahnen, was ihn an dem Naturgemälde so faszinierte. Ganz plötzlich hatte er das scheinbar Unbegreifliche gefasst und hätte es laut ausgesprochen, wenn er allein gewesen wäre. Die einzigartige Schönheit ist in keinem bestimmten Stil einer Kunstepoche zu finden, sondern allein draußen in der Natur, die jeden Tag dem ernsthaften Beschauer seine Vollkommenheit beweist. Vollkommenheit ist Schönheit! Das leuchtet jedem ein, wer sich vor Augen hält, dass nur die Natur das geniale Meisterstück fertigbringt, jedes Teil von ihr als Gegensatz zum anderen für sich gelten zu lassen und dennoch alles zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Krasse Gegensätze, völlige Verschiedenheit und dennoch vollendete Harmonie sind die goldenen Schlüssel zur Schönheit. 

„Claudia ist ein hübsches Mädchen, nicht wahr, Publius?“, störte Lucius seine Gedanken. 

„Ja, hübsch ist sie“, sagte er nur. Sie setzten schweigsam ihren Weg ins Lager fort.

Carthage: A Love Story Chapter II Part 10

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Farewell and Departure

The hour of farewell was approaching. The young people had spread out blankets on the lawn near the lake and were warming themselves in the mild autumn sun. However, a conversation no longer really took place. Everyone was lost in their thoughts and regretted that their meeting would soon end. 

“How old are you, Claudia?” Lucius finally broke the silence. Publius was silently outraged by the crude question, and he gave him a reproachful look, which he seemed to ignore. 

But Claudia answered the question and asked, “Well, take a guess!”  Publius looked her full in the face and guessed she was about 16 years old, but didn’t say it. Lucius, on the other hand, in his callous manner, already had a suitable answer ready. 

“So at most 15!” His comrade bit his lip in anger. Claudia, however, showed an unshakeable face, although there was a hint of reproach in her counter question. 

“How come?” Lucius now felt like a watered poodle, and he didn’t know how to answer that. There was a pause that put a lot of pressure on all four of them.

As if to free himself from this, Publius stood up and said, “It is time for us to change. Otherwise, we will be late. Come on, Lucius, we have to get back into our cage!” And to the two siblings who were still lying on the blanket, “I’ll see you soon?”

“Of course, let’s see how quickly you get back here. I’ll throw stones into the water, and Claudia will count them.” Then they laughed again, and the two legionnaires rushed to the barn, where their armour was neatly stored. In the full glare of their shining equipment, they hurried into the manor house, where they thanked the friendly couple again for the hospitality. Then they were back down by the water. 

“One hundred and twenty-six, one hundred and twenty-seven, …”, Claudia counted. 

“Let us not shed tears,” cried Antonius. “We’ll make it short and painless. So, my dear Publius,” placing his hand in his, “think of the Epicurus writing.” 

“I won’t forget it,” he said, and then handed his right hand to Claudia. Two happy eyes looked at him. Yes, I won’t forget her, thought Publius, but said nothing. He hoped she would understandhis look. What’s a look! Everything, and yet nothing. They waved after the legionnaires for a longtime until they disappeared into the shady olive grove that stretched towards Parvilla.

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Abschied und Aufbruch

Die Stunde des Abschieds rückte näher. Die jungen Leute hatten sich auf dem Rasen gleich in der Nähe des Sees Decken ausgebreitet und ließen sich von der milden Herbstsonne wärmen. Ein Gespräch wollte jedoch nicht mehr recht zustande kommen. Jeder hing seinen Gedanken nach und bedauerte, dass ihre Begegnung nicht länger sein konnte. 

„Wie alt bist du eigentlich, Claudia?“, brach schließlich Lucius das Schweigen. Im Stillen war Publius über die plumpe Frage empört, und er warf jenem einen tadelnden Blick zu, den jener jedoch zu übersehen schien. 

Aber Claudia ging auf die Frage ein und bat sie, „Na, schätzt doch mal!“  Publius schaute ihr voll ins Gesicht und kam auf etwa 16 Jahre, sprach es jedoch nicht aus. Lucius dagegen hatte in seiner gefühllosen Art schon eine passende Antwort bereit. 

„Also allerhöchstens 15!“ Sein Kamerad biss sich vor Wut auf die Lippen. Claudia zeigte jedoch ein unerschüttertes Gesicht, obwohl ein leichter Vorwurf in ihrer Gegenfrage mitschwang. 

„Wieso?“ Wie ein begossener Pudel kam sich jetzt Lucius vor, und er wusste darauf nichts zu antworten. Es entstand eine Pause, die auf allen vieren sehr lastete. 

Wie um sich davon zu befreien, erhob sich Publius und sagte, „Es wird Zeit, dass wir uns umziehen, sonst kommen wir noch zu spät. Los, Lucius, wir müssen wieder rein in unseren Käfig!“ Und zu den beiden Geschwistern, die noch auf der Decke lagen, „Wir sehen uns gleich noch?“

„Natürlich, wollen wir mal sehen, wie schnell ihr wieder hier seid. Ich werfe Steine ins Wasser, und Claudia wird sie zählen.” Da lachten sie wieder, und die zwei Legionäre stürzten zur Scheune, wo ihre Rüstung fein säuberlich aufbewahrt war. Im vollen Glanz ihres blinkenden Geräts eilten sie ins Gutshaus, wo sie dem freundlichen Ehepaar nochmals für die Bewirtung Dank sagten. Dann waren sie auch schon wieder unten am Wasser. 

„Hundertsechsundzwanzig, hundertsiebenundzwanzig, …”, zählte Claudia. 

„Vergießen wir nicht lange Tränen“, rief Antonius. „Wir machen es kurz und schmerzlos. Also, mein lieber Publius“, indem er ihm die Hand in die seine legte, „denk an die Epikur Schrift.“ 

„Ich werde sie nicht vergessen“, sagte er und reichte dann seine Rechte Claudia. Zwei fröhliche Augen blickten ihn an. Ja, ich werde sie nicht vergessen, dachte Publius, sagte aber nichts. Er hoffte, dass sie seinen Blick verstehen würde. Was ist schon ein Blick! Alles, und doch ein Nichts. Lange winkten sie den Legionären nach, bis sie in dem schattigen Olivenhain verschwunden waren, der sich in Richtung Parvilla erstreckte.

Carthage: A Love Story Chapter II Part 9

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Publius, the Introvert

A person is nothing for his fellow human beings, if he is unable to communicate his thoughts. While Claudia, Lucius and Antonius began a lively conversation, Publius withdrew into himself and only answered methodically, as he had become accustomed to doing when he wanted to be alone to his own detriment. Then, at a later time, he was annoyed again that he had not taken advantage of the happiness of the moment. He knew very well that he could only act confidently if he had both feet firmly planted in reality. He had no idea how close and understanding Claudia could be to him. 

The tips of the boats crunched into the sand. It was quite difficult to get from the shaky boards to solid land. Lucius and Publius, in their complete inexperience, got their feet wet, causing a gleeful laughter. Lucius would have almost fallen lengthways into the water if Publius hadn’t quickly given him a hand to pull himself ashore.

The manager had been waiting impatiently for the four ‘escapees’ because it was already well past midday. However, he didn’t even get to swearing because the two soldiers immediately came up to him and thanked him warmly for the hospitality they had enjoyed from him. 

“I’m glad that you enjoyed your stay with me and that my children got a little variety from their daily routines. But don’t you want to have lunch with us so that you can say thank you afterwards!” said the manager half reproachfully, but he had probably seen through the two’s ruse. 

“Yes, yes, we really want to have lunch with you,” they insisted. They walked up the small hill together. The deliciously prepared pork roast was already steaming temptingly on the table when they entered the living room, which the legionnaires knew from the day they arrived.

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Publius, der Introvertierte

Der Mensch ist für den ein Nichts, wenn er seine Gedanken nicht mitzuteilen vermag. Während Claudia, Lucius und Antonius ein angeregtes Gespräch begannen, zog sich Publius in sich zurück und antwortete nur noch methodisch, wie er sich zu seinem eigenen Schaden angewöhnt hatte, wenn er allein sein wollte. Dann, bei einem späteren Zeitpunkt, ärgerte er sich wieder, dass er das Glück des Augenblicks, die Gegenwart, nicht ausgeschöpft hatte. Er wusste ganz genau, dass er nur sicher auftreten könne, wenn er mit beiden Beinen in der Wirklichkeit stand. Wie nah und verständnisvoll Claudia ihm entgegenkommen könnte, ahnte er noch nicht. 

Knirschend bohrten sich die Spitzen der Boote in den Sand. Es war recht schwierig, von den wackeligen Brettern aufs feste Land zu kommen. Lucius und Publius holten sich in ihrer vollkommenen Unerfahrenheit nasse Füße, was ein schadenfrohes Gelächter auslöste. Lucius wäre auch beinahe ins Wasser der Länge nach hineingefallen, wenn ihm Publius nicht schnell die Hand gereicht hätte, an der sich an Land zog. 

Der Verwalter hatte schon ungeduldig auf die vier ‘Ausreißer’ gewartet, denn es war bereits weit über Mittag. Jedoch kam er erst gar nicht zum Schimpfen, da die beiden Soldaten sofort auf ihn zutraten und sich herzlich für das Gastrecht bedankten, das sie bei ihm genossen hatten. 

„Es freut mich, dass es euch bei mir gefallen hat und meine Kinder ein wenig Abwechslung bekommen haben. Aber wollt ihr bei uns nicht mehr zu Mittag speisen, dass ihr euch jetzt schon bedankt!“, sagte der Verwalter halb vorwurfsvoll, der aber die List der beiden wohl durchschaut hatte. 

„Ja, ja, das wollen wir doch“, beteuerten sie. Gemeinsam gingen sie die kleine Anhöhe hinauf. Der lecker bereitete Schweinebraten dampfte schon verlockend auf dem Tisch, als sie das Wohnzimmer betraten, das die Legionäre vom Tag ihrer Ankunft kannten.

Carthage: A Love Story Chapter II Part 8

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Publius Criticizes Rome’s Cultural Decline

Was it a little trick, or was it true helpfulness? Publius offered to write to Antony when he had learned enough about it. 

“Really?” he asked in surprise. 

“No, unreal!” joked Publius. 

“Oh dear! So, I would be truly grateful to you. Do you think you could also get me some of Epicurus’ writings? I’m thinking particularly of the letter to Pythocles, which is said to be very interesting. Capua is a backwater compared to Rome in every respect. Such writings cannot be found anywhere in the city. In literature, you will only find modern translations of Greek novels. And when is my father coming to Rome? You won’t believe how much I envy you!”

“Pah, you don’t have to envy me. The city is degenerate”, replied Publius, “not a spark of that old spirit that inspired the ancient Greeks is alive in it. Everyone is in the pursuit of pleasure. You fume with anger if you have seen one of those clumsy spectacles offered in Rome.”

“Well, you’re probably exaggerating a little. The old tragedies in fairly good translations still come into play.”

“So far, yes, but they won’t last much longer!” Publius noticed the boat with Claudia and Lucius slowly catching up with them. He didn’t regret going with Antonius at all. On the contrary. Because once he had a connection with him, he could also connect with Claudia in some way.

“Hello, where have you been hanging around for so long? We thought you had gone to the fish, didn’t you, Antonius.”

“We just gave ourselves more time and talked a little.” 

“Lucius could tell me a lot about Rome,” the bright girl’s voice rang out across the calm water. They decided to paddle next to each other all the way home so the four of them could chat a little. The midday sun sent its dazzling light into the happy company. Claudia looked lovely in her colourful dress. Again, Publius was delighted by the beauty that radiated from her simple and modest nature. In her easygoing happiness, which knew no worries or problems, she radiated a calmness that attracted Publius like a magnet. With her, he found everything he was looking for and everything he was missing. Of course, this wasn’t the place to tell her that. He would also have liked to be alone with her to tell her all this. So she didn’t know anything about his thoughts and feelings for now.

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Publius Kritisiert Roms Kulturzerfall

War es nun eine kleine List oder war es wahre Hilfsbereitschaft, Publius bot sich an, Antonius zu schreiben, wenn er genügend darüber erfahren habe. 

„Wirklich?“ fragte jener erstaunt. 

„Nein, unwirklich!“, scherzte Publius. 

„Ach du! Also, ich wäre dir sehr dankbar. Meinst du, du könntest mir auch ein paar Schriften Epikurs besorgen. Ich denke da besonders an den Brief an Pythokles, der sehr interessant sein soll. Capua ist gegen Rom in jeder Beziehung ein Kaff. Solche Schriften sind in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben. In der Literatur findest du nur moderne Übersetzungen von griechischen Romanen. Und wann kommt mein Vater mal nach Rom? Du glaubst gar nicht, wie ich dich beneide!“

„Warum? Pah, da brauchst du mich nicht zu beneiden. Verkommen ist die Stadt“, erwiderte Publius, „nicht ein Fünkchen dieses alten Geistes ist in ihr lebendig, der die alten Griechen beseelte. Alles befindet sich auf der Jagd nach dem Vergnügen. Du gehst am Stock, wenn du eins von diesen plumpen Schauspielen gesehen hast, die in Rom angeboten werden.“

„Na, du übertreibst wohl ein wenig. Die alten Tragödien in recht guter Übersetzung kommen doch noch zum Zuge.”

„Bis jetzt, ja, aber sie werden sich nicht mehr lange halten!“ Publius bemerkte das Boot mit Claudia und Lucius, das langsam sie aufholte. Er bereute es gar nicht, mit Antonius gefahren zu sein. Im Gegenteil! Denn hatte er erst mal Verbindung zu ihm, so konnte er auf irgendeine Weise auch mit Claudia anknüpfen.

„Hallo, wo habt ihr euch denn so lange herumgetrieben. Wir dachten schon, ihr seid zu den Fischen gegangen, nicht wahr, Antonius.“

„Wir haben uns eben mehr Zeit gelassen und uns ein wenig unterhalten.“ 

„Lucius konnte mir viel von Rom erzählen“, schallte die helle Mädchenstimme über die ruhige Wasserfläche. Sie beschlossen, bis nach Hause nebeneinander her zu paddeln um ein wenig zu viert plaudern zu können. Die Mittagssonne schickte ihr gleißendes Licht in die fröhliche Gesellschaft. Claudia sah reizend aus in ihrem bunten Kleid. Wieder war Publius entzückt über die Schönheit, die von ihrem schlichten und bescheidenen Wesen ausging. Sie strahlte in ihrer unbefangenen Fröhlichkeit, die keine Sorgen und Probleme kannte, eine Ruhe aus, die Publius wie ein Magnet anzog. Bei ihr fand er alles, was er suchte und was ihm fehlte. Natürlich war es hier nicht der Ort, um ihr das zu sagen. Auch hätte er mit ihr allein sein mögen, um ihr das alles zu sagen. So wusste sie vorerst nichts von seinen Gedanken und Gefühlen. 

Carthage: A Love Story Chapter II Part 7

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About Gods and Atoms

The two legionnaires slept long and soundly, so it was only the knocking at the barn door that woke them up. It was the manager. 

“Wake up you old sleepyheads, I have good news for you! A servant of mine has found your camp. There must be strange conditions there. The poor guy would have almost been beaten if I hadn’t given him a cover letter to be on the safe side. So the camp is about three or four miles from here, beyond the small town of Parvilla. You haven’t even been missed yet. If you set off at the ninth hour this afternoon, you’ll make it before sunset. Do you even hear me, you sloths?”

“Yes, yes!” the two of them grumbled. They didn’t like the fact that they had to give up their lovely, lazy life again. Everyone also thought about Claudia, whom they had grown to love. They would have to leave her too. How far was this Capua from Rome! They would never see her again…

This time Publius was unlucky because when he did not get to the lake at the appointed time, Lucius was already sitting in the boat with Claudia and showed the late-comer a gloating face. Luckily, Antonius had already invited him into the boat, so he didn’t even have the opportunity to be annoyed and envy Lucius for his luck. In fact, this supposed bad luck turned out to be his advantage. Antonius suggested paddling halfway along the left bank of the forest, then crossing the lake and returning on the other side. The proposal was accepted. With powerful paddle strokes, Publius and Antonius took the lead. If they wanted to be back by the afternoon, they had to hurry up a bit. When they had rounded a small headland, there was no sign of the other two, who had tried so hard to keep up. 

“I noticed yesterday,” Publius began to say hesitantly, “that you have all sorts of things going on with technology. Where did you get all your knowledge from?”

“Actually, my knowledge is quite limited. When I consider the opportunities you have in Rome, I almost dare not mention that I have only read a few writings by Archimedes, Democritus and Epicurus. I got the rest of my meagre knowledge from my Greek tutor,” he concluded in his humble way.

“Democritus, Epicurus, fabulous! Do you share their long-refuted views?” Publius asked, slightly challenging. In his spare time he had spent a lot of time studying these Greek scientists and philosophers and could hardly believe that there was still someone who studied the long-forgotten sages.

“Not all of them,” Antonius replied, drawing in his paddles. “But I think Democritus’ atomic theory is very plausible, even though Aristotle refuted it ten times. According to Democritus and also Epicurus, a body is made up of tiny, indivisible atoms. The connections between atoms are constantly changing, i.e. a body can decay and something new can emerge. However, the atoms always remain and cannot disappear from our world without a trace.”

“Watch out, Antonius, now I have a question!” Publius interrupted him. The boat rocked quietly up and down. “Epicurus makes a bold claim somewhere in his writings. Our body is also made up of atoms, which is still clear to me. But then Epicurus went on to say that our soul also consists of atoms that are embedded and closely attached to the atoms of the body. If our body disintegrates when we die, our soul must inevitably disintegrate as well. And now my question. Doesn’t this completely destroy our entire idea of ​​the gods and their world?” 

“Not necessarily. We just have to see their world more deeply and shed the simple popular belief that imagines the gods as angry monsters who intervene in people’s fates with fire and sword. Of course, I can’t help you with that either. I do not reject the gods. But I don’t know where in our world to place them. Maybe you’ll meet a philosopher of this kind in Rome who can give you an answer.”

Karthago von Peter Klopp

Von Göttern und Atomen

Die beiden Legionäre schliefen lang und fest, sodass sie erst das Poltern ans Scheunentor weckte. Es war der Verwalter. 

„Wacht auf ihr alten Schlafmützen, ich habe gute Botschaft für euch! Ein Knecht von mir hat euer Lager gefunden. Seltsame Zustände müssen dort herrschen. Der Ärmste wäre um ein Haar verprügelt worden, wenn ich ihn nicht zur Vorsicht ein Begleitschreiben mitgegeben hätte. Also das Lager liegt etwa drei, vier Meilen von hier jenseits der kleinen Ortschaft Parvilla. Man hatte euch noch gar nicht vermisst. Wenn ihr heute Nachmittag um die neunte Stunde loszieht, so schafft ihr es noch vor Sonnenuntergang. Hört ihr mich überhaupt, ihr Faultiere?“

„Ja, ja!“, brummten die beiden gedehnt. Es passte ihm gar nicht, dass sie das schöne Faulenzerleben wieder aufgeben mussten. Auch dachte jeder für sich an Claudia, die sie lieb gewonnen hatten. Sie müssten sie auch verlassen. Wie weit lag dieses Capua von Rom! Sie würden sie nie wieder sehen …

Diesmal hatte Publius Pech, denn als er zum verabredeten Zeitpunkt zum See kam, hockte Lucius bereits mit bei Claudia im Boot und zeigte dem Säumigen ein schadenfrohes Gesicht. Zum Glück lud ihn Antonius auch schon zu sich ins Boot, sodass er erst gar nicht dazu kam, sich darüber zu ärgern und Lucius um sein Glück zu beneiden. In der Tat sollte dieses vermeintliche Pech sich zu seinem Vorteil kehren. Antonius schlug vor, bis zur Hälfte am linken Waldufer entlang zu paddeln, den See dann zu durchqueren und auf der anderen Seite zurückzukehren. Der Vorschlag wurde angenommen. Mit kräftigen Schlägen setzten sich Publius und Antonius an die Spitze. Wenn sie zum Nachmittag zurück sein wollten, mussten sie sich ein wenig beeilen. Als sie eine kleine Landzunge umrundet hatten, war von den anderen beiden nichts mehr zu sehen. So sehr hatten sie sich angestrengt. 

„Ich merkte gestern“, fing Publius zögernd anzusprechen, „dass du allerhand in der Technik loshast. Woher hast du denn all dein Wissen?“

„Soweit her ist es mit meinem Wissen auch wieder nicht. Wenn ich bedenke, welche Möglichkeiten du in Rom hast, dann wage ich fast nicht zu erwähnen, dass ich nur ein paar Schriften von Archimedes, Demokrit und Epikur gelesen habe. Den Rest meiner kümmerlichen Kenntnisse habe ich von meinem griechischen Hauslehrer”, schloss er in seiner bescheidenen Art.

„Demokrit, Epikur, fabelhaft! Teilst du denn ihre längst widerlegten Anschauungen!”? Fragte Publius leicht herausfordernd. In seiner freien Zeit hatte er sich viel mit diesen griechischen Wissenschaftlern und Philosophen beschäftigt und konnte es kaum glauben, dass es noch jemanden gab, der die längst in Vergessenheit geratenen Weisen studierte. 

„Nicht alle“, antwortete Antonius, indem er die Paddel einzog. „Aber die Atomlehre Demokrits halte ich doch für sehr wahrscheinlich, wenn sie auch Aristoteles zehnmal widerlegt hat. Nach Demokrit und auch nach Epikur setzt sich ein Körper aus winzig kleinen, nicht mehr teilbaren Atomen zusammen. Die Verbindungen der Atome ändern sich ständig, d.h. ein Körper kann zerfallen, und es mag etwas Neues entstehen. Jedoch bleiben die Atome in ihrer Form immer erhalten und können auch aus unserer Welt nicht spurlos verschwinden.“ 

„Pass auf, Antonius, jetzt habe ich eine Frage!“ fiel ihm Publius ins Wort. Das Boot schaukelte ruhig auf und ab. „Epikur stellt irgendwo in seinen Schriften eine kühne Behauptung auf. Unser Körper besteht ebenfalls aus Atomen, was mir noch einleuchten will. Aber sagte dann Epikur weiter, unsere Seele besteht auch aus solchen Atomen, die den Atomen des Körpers eingelegt und eng verhaftet sind. Zerfällt beim Tode unser Körper, muss zwangsläufig auch die Seele zerfallen. Und nun meine Frage. Bricht damit nicht unsere ganze Vorstellung von den Göttern und ihrer Welt völlig zusammen?“ 

„Nicht unbedingt. Wir müssen ihre Welt nur tiefer sehen und den simplen Volksglauben abstreifen, der sich die Götter als wütende Ungeheuer vorstellt, die mit Feuer und Schwert in die Geschicke der Menschen eingreifen. Natürlich kann ich dir da auch nicht weiterhelfen. Ich lehne die Götter nicht ab. Aber ich weiß nicht, wo in unserer Welt ich sie einordnen soll. Vielleicht triffst du in Rom mal einen Philosophen dieser Richtung, der dir Antwort geben kann.”

Carthage: A Love Story Chapter II Part 6

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Publius and Claudia Win the Dice Game

While Lucius was still explaining the rules, Claudia and Publius had already come to an agreement. The two of them would form a team. So the other one made a stupid face when he saw that he had to play with Antonius. It was a fun game. Antonius’ team lost every game, but since he was able to laugh so heartily about his bad luck, the dice rolling never stopped.

It was Publius’ team’s turn. Claudia took the face off and threw two, four and five.

“Five, three and two,” Publius summoned the dice. One, six, four. A malicious laugh arose from the other side. 

“Lost, lost! New game!”

“Four and four still make doubles,” Publius asserted his right to repeat the throw. He proudly placed a die in Claudia’s delicate hand. This time a six appeared on the smooth stone slab, and Publius added a second. One die was recovered. The two of them managed fifteen laps and were beaming about their great success. The wax tablet recorded the result and the game began again. When the sun had sunk behind the Capuan mountains, they stopped playing the fun game because they could no longer read the score on the dice. 

But they chatted for a while about their experiences. Antonius knew how to imitate his Greek tutor so convincingly that a bright laughter often rang out in the mild autumn air, and finally the father of the household came out and told the young company to go to bed. After they had shaken hands for a long time, Antonius called out, “And tomorrow we will take the boats out on the lake,” which was greeted with great shouts of joy. A new friendship was formed.

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Publius und Claudia Gewinnen das Würfelspiel

Während Lucius noch die Regeln erklärte, waren sich Claudia und Publius schon einig geworden. Sie beide würden ein Team bilden. So machte der andere ein recht dummes Gesicht, als er sah, dass er mit Antonius zusammen spielen musste. Es wurde ein lustiges Spiel. Das Team von Antonius verlor jedes Spiel, aber da er so herzlich über sein Pech lachen konnte, wollte das Würfeln kein Ende nehmen. 

Das Team von Publius war an der Reihe. Claudia machte das Anspiel und warf zwei, vier und fünf.

„Fünf, drei und zwei“, beschwor Publius die Würfel. Eins, sechs, vier. Ein schadenfrohes Gelächter erhob sich auf der Gegenseite. 

„Verloren, verloren! Neues Spiel!“

„Vier und vier machen immer noch Pasch“, machte Publius sein Recht auf eine Wiederholung des Wurfes ist geltend. Stolz legte er Claudia einen Würfel in ihre zierliche Hand. Diesmal zeigte sich eine Sechs auf der glatten Steinplatte, und Publius fügte eine Zweite hinzu. Ein Würfel war zurückgewonnen. So schafften die beiden fünfzehn Runden und strahlten über ihren großen Erfolg. Die Wachstafel hielt das Ergebnis fest, und das Spiel begann von Neuem. Als die Sonne hinter dem kapuanischen Bergland versunken war, stellten sie das lustige Spiel ein, da sie die Punktzahl vom Würfel nicht mehr ablesen konnten. 

Sie plauderten aber noch eine Weile über ihre Erlebnisse. Antonius wusste so überzeugend, seinen griechischen Hauslehrer nachzuahmen, dass oft ein helles Lachen in die milde Herbstluft schallte und schließlich der Hausvater heraustrat und die jugendliche Gesellschaft zu Bett mahnte. Als sie sich lange die Hände geschüttelt hatten, rief Antonius, „Und morgen fahren wir mit den Booten den See hinaus“, was mit großem Freudengeschrei begrüßt wurde. Eine neue Freundschaft war geschlossen.