The Peter and Gertrud Klopp Family Project

Reflections on Life, Family and Community

Category Archives: guest post

Über menschliche Werte im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben – 17. Teil

4

A017

Versöhnung

In ihrer Abhandlung zum Thema „Versöhnung” schreibt Oda-Gebbine Holze-Stäblein (in Möllering und Behlau): „Versöhnung: ein Wort wie Samt. Weich und fließend wie Milch und Honig. Versöhnung ist wie ein Glockenturm: ,Alles ist gut.’ Es hat auch etwas Endgültiges, Unwiderrufliches. Stärker als ,Vergebung’ oder Verzeihung’. Und genauso endgültig, rettungslos klingt das Gegenteil: unversöhnlich. Wo Menschen einander mit unversöhnlichem Hass begegnen, da sind alle Brücken abgebrochen.

Versöhnung: ein gutes, starkes Wort! Aber unter dem Samt ist ein harter Kern. Der kommt zum Vorschein in der Urform des Wortes, die sich in einem unserer bekanntesten Weihnachtslieder erhalten hat:

O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit!

Christ ist erschienen, uns zu versühnen.

Freue dich, o Christenheit!

Versöhnen – versühnen … Ein begangenes Unrecht muss wieder in Ordnung gebracht, muss wieder gutgemacht werden. Wenigstens ein Schmerzensgeld, wenigstens ein Bußgeld oder eine den Schaden behebende Ersatzleistung muss sein. Versöhnung braucht Gerechtigkeit als Boden, auf dem sie stehen und bestehen kann. Und noch tiefer, im innersten Kern des Wortes ist die Erfahrung aufgehoben, dass ein Opfer nötig war, um Sühne zu schaffen.”

Auch der Tod Jesu wurde von den Urchristen als Sühneopfer verstanden. Durch sein Opfer sei die Versöhnung zwischen Gott und Mensch geschehen. Das zeigt auch den Unterschied zwischen Sühne und Versöhnung. Sühne kann man ohne innere Beteiligung leisten, Versöhnung hängt aber von der inneren Einstellung ab: Sie kommt von Herzen und strahlt aus, was der Sühne nicht möglich ist. Versöhnung braucht auch Gerechtigkeit, braucht den Willen zur Wiedergutmachung und sei es auch nur eine Geste. Sie soll zum Ausdruck bringen, dass man das Unrecht, den Schmerz, den man einem anderen zugefügt hat, bedauert.”

Oda-Gebbin Holze-Stöblein verweist in diesem Zusammenhang auf die Frage Petri an Jesus, wie oft man verzeihen solle, ob siebenmal genug sei. Jesu Antwort lautete bekanntlich: „siebenmalsiebzigmal”, was natürlich nicht wörtlich gemeint war, nicht ein Aufrechnen von Unrecht und Wiedergutmachung bedeutet, sondern „grenzenloses Verzeihen” fordert, so wie es Albert Schweitzer einmal zum Ausdruck gebracht hat: „Alle Nachsicht und alles Verzeihen ist der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben eine durch die Wahrhaftigkeit gegen sich selbst erzwungene Tat. Ich muss grenzenloses Verzeihen üben, weil ich im Nichtverzeihen unwahrhaftig gegen mich selbst würde, indem ich damit täte, als wäre ich nicht in derselben Weise schuldig wie der Andere mir gegenüber schuldig geworden ist… Lautlos und unauffällig muss ich verzeihen.”

Als ein Beispiel für Versöhnung nach Kriegsverbrechen führt Holze-Stäblein die durch deutsche Bomben zerstörte Kathedrale von Coventry an, die im Gegenzug zur Zerstörung deutscher Städte und Dome führte. Mitglieder der zerstörten Kathedrale in Coventry schrieben in den Chor der Kathedrale mit Holz der verkohlten Balken die Worte: „Father forgive”. Sie sammelten Zimmermannsnägel und schmiedeten aus ihnen Nagelkreuze, die sie deutschen Gemeinden übergaben, deren Kirchen auch zerstört worden waren. Die Kathedrale von Coventry trägt den Namen „Versöhnungskirche”.

Friedrich Schorlemmer führt zu diesem Thema ein aktuelles Beispiel an und schreibt: „Der vielleicht politisch wirkmächtigste Versöhner des Jahrhunderts war der zu 26 Jahren Steinklopfen auf Robben Island verurteilte Nelson Mandela – als kommunistischer Gewalttäter’ und ANC- Mitglied vom Westen lange Zeit eher zur feindlichen Seite gerechnet. Er wurde von Ministerpräsident Frederic de Klerk zum Friedensschließen zurückgeholt. Nach den mörderischen Konflikten der Apartheid in Südafrika hat er zusammen mit Bischof Tutu etwas bewirkt, was niemand für möglich gehalten hätte: Versöhnung in der Wahrheit! Versöhnung steht nicht gegen Wahrheit, und Wahrheit provoziert nicht Unversöhnlichkeit.” Eine solche Haltung hätte man sich nach der deutschen Einheit auch gewünscht. Dazu sei Richard von Weizsäcker zum Abschluss zitiert: „Die größte Kraft bleibt es ganz gewiss, eigenes Versagen selbst zu erkennen. Sie bietet den tiefsten Ansatz für eine Chance zu neuem Anfang. Aber wir sind als Menschen der Ermutigung bedürftig und zugänglich. Jeder kann aus eigenen Fehlern lernen. Es gilt, ihm dabei zu helfen, ihn also nicht ständig auf seine Vergangenheit festzunageln, sondern ihm die Beteiligung an einer neuen Zukunft zu erleichtern und zuzutrauen. Das ist lebenswichtig für die Freiheit, in der wir vereint bestehen wollen. Versöhnung unter Menschen kann ohne Wahrheit nicht gelingen. Wahrheit ohne Aussicht auf Versöhnung aber ist unmenschlich.”

Über menschliche Werte im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben – 16. Teil

15

Albert_Schweitzer_in_Lambarene_1964

Verantwortung

„Ethik ist grenzenlose Verantwortung gegen alles, was lebt.” Diese Worte Albert Schweitzers kommentiert Ernst Luther, indem er feststellt, dass „bei Schweitzer die Verantwortung nicht nur religiös, sondern aufklärerisch begründet ist: Aus dem Wissen um die Folgen, aus der Kompetenz und dem Sachverstand; sie ist mit dem Gewissen, mit der Pflicht, zu handeln und mit dem Schuldgefühl verbunden, wenn die Handlung der Verantwortung nicht entspricht.” Schweitzer sagte an anderer Stelle: „In der Gesinnung der Ehrfurcht vor dem Leben liegt ein elementarer Begriff von Verantwortung be­schlossen, dem wir uns ergeben müssen; in ihr sind Kräfte tätig, die uns zu einer Revision und Veredlung unserer individuellen, sozialen und politischen Gesinnung zwingen… Nach der Verantwortung, die ich in mir erlebe, muss ich entscheiden, was ich von meinem Leben, meinem Besitze, meinem Glück, meiner Zeit, meiner Ruhe hingeben muss und was ich davon behalten darf.”

Wie schwer es zuweilen sein kann, Verantwortung zu tragen, drückt Schweitzer in seinen Gesprächen über das Neue Testament aus: „Ist es nicht so, dass je höher ein Mensch steht in der Welt und je größer seine Verantwortung ist, desto größer auch der Widerstreit zwischen dem, was er seinem Herzen folgend tun möchte, und dem, was er muss? Werden nicht alle, die in der Welt etwas ausrichten wollen, hin- und hergeworfen zwischen Liebe und Gerechtigkeit, zwischen Verzeihen und Verurteilen? … Je umfassender das Wirken eines Menschen ist, desto mehr kommt er in die Lage, seiner überpersönlichen Verantwortung etwas von seiner Menschlichkeit opfern zu müssen.”

Auf die Bedeutung, die Verantwortungsbewusstsein auch für nachfolgende Generationen hat, wies Hans Jonas hin: „Handle so, dass die Folgen deines Handelns vereinbar sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde.”

Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben schließt alles Leben auf unserem Planeten in die Verantwortung ein. Doch gerade diese planetare Verantwortung scheint nur eine Minderheit zu spüren. Zu vielen Menschen ist es egal, die „Wirtschaft” denkt hauptsächlich an den Profit und die Politiker oft nur an die nächste Wahl. So erklären sich auch die Misserfolge aller bisherigen Klimakonferenzen, obwohl vor Verantwortungs­losigkeit gegenüber dem Klimawandel und Umweltschutz schon seit Jahrzehnten gewarnt wird. Wolfgang Huber (in Möllering und Behlau) weist aber zudem darauf hin, dass das Verantwortungsbewusstsein auch im persönlichen Umfeld nachgelassen hat. „Jeder ist sich selbst der Nächste!”, lautet häufig die Devise. „Vorgegebene Lebensordnungen haben ihre Bindungskraft eingebüßt. Partnerschaften oder andere

Verbindlichkeiten werden für viele zum Probehandeln auf Zeit; sie verlieren ihren Verpflichtungscharakter, aber damit auch ihre lebensbegleitende Bedeutung.”

Dazu beigetragen hat auch die Einführung des Begriffes der „Eigenverantwortung”. Natürlich schließt die Schweitzersche Ethik die Ehrfurcht vor dem eigenen Leben ein. Aber in der aktuellen Politik bedeutet Eigenverantwortung hauptsächlich Einschränkung der sozialstaatlichen Vorsorge. „Dann geraten Freiheit und Verantwortung aus der Balance. Dann wird Freiheit von der Verantwortung für andere losgekoppelt … Das Nachdenken über die Folgen des eigenen Handelns für andere gilt als zweitrangig. Im Zeichen der Individualisierung bezieht sich der Begriff ,Verantwortung’ nicht mehr auf das Ganze des menschlichen Lebens. Er bezieht sich auch nicht mehr auf den Mitmenschen. Gerade stehen muss ich vielmehr nur für das eigene Leben”, schreibt Wolfgang Huber. Aber er erinnert auch daran, dass sich der christliche Glaube nicht in der Eigenverantwortung erschöpft. Die praktische Gestalt der Verantwortung ist die Zuwendung zum Mitmenschen im Sinne des Gebotes der Nächstenliebe, das lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.”

Es geht also um eine wechselseitige Verantwortung füreinander.

Über menschliche Werte im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben – 11. Teil

14

Albert_Schweitzer_in_Lambarene_1964Lebensfreude

„Es liegt viel Lebensfreude in Jesu Wesen”, schreibt Albert Schweitzer in seinen Gesprächen über das Neue Testament. „Er war kein einsamer Mensch, sondern hatte Freunde; wenn man ihn zum Mahle einlud, kam er, und wenn er jemand sah, der ihm gefiel, bei dem lud er sich selbst ein, wie es dem Zachäus widerfuhr (Luk. 19)”.

Doch das Leben bringt nun einmal nicht nur Freude. „Das eigene Schicksal kann so unerträglich sein”, schreibt Ako Haarbeck (in Möllering und Behlau), „dass keine Kraft zur Freude mehr bleibt. Und oft ist es gerade der Glaube, der an den Rand der Verzweiflung bringt… Warum müssen so viele Menschen im Elend leben und schließlich ungetröstet sterben? Warum sind so viele, denen es rundherum gut geht, so gleichgültig gegenüber der Not der Anderen? Warum bin ich selbst oft nur mit dem eigenen Glück und den eigenen Sorgen beschäftigt?” Doch Ako Haarbeck erinnert auch an den Bibelspruch:„Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit, Mutlosigkeit raubt einem die letzte Kraft.” (Sp. 17, 22) Man sollte sich auch, ohne das Sorgenvolle in der Welt und im eigenen Leben zu übersehen, Freude gönnen und ebenso nicht vergessen, anderen Menschen, ja anderem Leben Freude bringen. Auch das schließt die Ehrfurcht vor dem Leben ein! Die Lebensfreude besteht auch darin, dass ich Anderen helfe, Zuwendung zukommen lasse, vergebe.

Doch ist es angebracht, zu bedenken, dass nicht alles, was Spaß macht, auch Freude bedeutet. Eine Gleichsetzung von Spaß und Freude ist kennzeichnend für unsere Gesellschaft, deren Unterhaltung oft nur an der Oberfläche bleibt. Man lacht, jubelt und schreit, macht sich über andere lustig, ohne sich einen Spiegel vorzuhalten, man genießt Alkohol, Drogen, Sex, Faulenzen und bleibt doch innerlich leer. „Sonderbar blind sind die Menschen im Ritus der flüchtigen Freude”, schreibt Pablo Neruda.

Lebensfreude können ein guter Gedanke und eine gute Tat bereiten, ein Blick in die Natur oder in das unendliche All, gute Musik oder ein gutes Buch, Lebensfreude bereiten vor allem auch Dankbarkeit, Vertrauen und die Liebe. Lebensfreude spenden ebenso die glücklichen Augen eines Kindes und die Anhänglichkeit eines Tieres. „Solange ich lebe, freue ich mich nicht nur über etwas, sondern mehr noch vielleicht auf etwas”, bekennt Ako Haarbeck. „Kann ich fröhlich sein, wenn ich mich auf nichts mehr freuen kann?”

„Es ist ein ungeheures Glück, wenn man fähig ist, sich zu freuen”, meint George Bernhard Shaw.

Über menschliche Werte im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben – 10. Teil

9

A015

Konfliktfähigkeit

„Was vermittelt Spannung? Der Konflikt. Was erregt Interesse? Der Konflikt. Was erhält uns am Leben in der Literatur und auf allen Wissensgebieten in Bewegung? Der Konflikt.” Dies stellte Johannes R. Becher nicht zu Unrecht in seinen Bekenntnissen fest.

Auch wenn jeder Mensch ab und zu einmal gerne allein sein möchte, so ist er doch ein gesellschaftliches Wesen, das des Mitmenschen bedarf. Er braucht jemanden, der ihm hilft, der ihm rät, mit dem er Freude und Leid teilen kann, den er liebt. Doch bei diesem Miteinander können natürlich auch Konflikte entstehen. Zuweilen sind es gegensätzliche Wünsche und Interessen, fehlende Zuneigung oder auch Rücksichtslosigkeit, übertriebene (Mutter- oder Nächsten-) Liebe, entgegengesetzte Anschauungen oder Verhaltensweisen. Das Miteinander von Mensch zu Mensch braucht Nähe, aber auch Distanz, sonst kann es zu Konflikten kommen. Ständige Nähe kann ebenso belasten wie andauernde Distanz. Eine wichtige Voraussetzung dafür, Konflikte zu lösen, besteht darin, dass einem eigenes Unrecht bewusst wird. „Unreife Menschen sind nicht fähig, zu ihrer Schuld zu stehen“, schreibt Herma Brandenburger (in Möllering und Behlau), „sie setzen vielmehr alles daran, schuldlos dazustehen. Mit einem, der sich nicht schuldig fühlen kann, ist Konfliktlösung nicht möglich.“ „Nie dürfen wir abgestumpft werden!”, warnt Albert Schweitzer, „In der Wahrheit sind wir, wenn wir die Konflikte immer tiefer erleben. Das gute Gewissen ist eine Erfindung des Teufels.“

Eine weitere wichtige Voraussetzung zur Lösung von Konflikten besteht darin, dass man den anderen Menschen achtet. „Wenn jeder sich als Maß aller Dinge versteht, bleiben Störfälle nicht aus, ganz gleich, ob in Partnerschaft, Familien­verbänden, Religionsgemeinschaften oder in der Politik“, stellte Herma Brandenburger fest. „Sobald ein einziges Maß zur alleingültigen Norm erhoben wird, kommt es zu Protest und Ablehnung. Lässt sich kein gemeinsamer geistiger Nenner finden, muss man jeden nach seiner Fasson glücklich werden lassen, wie der Alte Fritz gesagt hat, ansonsten ist es aus mit dem friedlichen Miteinander und Nebeneinander und Mord- und Totschlag stehen Tür und Tor offen“, warnt Brandenburger. Die Geschichte der Menschheit bietet bis in die Gegenwart genügend Beispiele. „Ein Leben ohne Konflikte wird es nie geben. Konfliktträchtige Situationen gilt es rechtzeitig zu erkennen – wo keine gangbare Lösung zu finden ist – notfalls zu meiden. Auch dies ist ein Kennzeichen reifer Persönlichkeit, für welche Art von Konfliktbewältigung sie sich entscheidet, denn aus unbewältigten Problemen, wenn sie der Verdrängung anheimfallen, erwachsen bekanntlich Neurosen … Wer zu weit geht, tritt anderen zwangsläufig zu nah. Er vergisst, dass die Freiheit des einen da endet, wo die Freiheit des anderen beginnt”, schreibt Brandenburger. Was die menschliche Reife betrifft, so äußert Albert Schweitzer in seinen Kindheits­erinnerungen die folgende Ansicht: „Der Ausdruck ,reif auf den Menschen angewandt, war mir und ist mir noch immer etwas Unheimliches. Ich höre dabei die Worte Verarmung, Verkümmerung, Abstumpfung als Dissonanzen mitklingen.” Doch „die Reife, zu der wir uns zu entwickeln haben, ist die, dass wir an uns arbeiten müssen, immer schlichter, immer wahrhaftiger, immer lauterer, immer friedfertiger, immer sanftmütiger, immer gütiger, immer mitleidiger zu werden.” So kann in diesem Sinne menschliche Reife helfen, Konflikte zu vermeiden und auch zu lösen.

Über menschliche Werte im Geiste der Ehrfurcht vor dem Leben – 8. Teil

16

A011

Gewaltlosigkeit

Von Lew Tolstoi stammt das denkwürdige Wort: „Mit Gewaltmaßnahmen kann man ein Volk unterdrücken, aber nicht regieren.“ Zu dem wichtigen Grundwert der Menschlichkeit, der Gewaltlosigkeit, sollen hauptsächlich Denker des Friedens zu Wort kommen. Auch hier sei zunächst auf die Bergpredigt Jesu verwiesen, in der die Sanftmut gewürdigt wird. Von Mahatma Gandhi stammen die Worte: „Ich lehne Gewalt ab, weil das Gute, was sie zu bewirken scheint, nicht lange anhält. Das Schlechte dagegen, das sie bewirkt, ist von Dauer.” In seiner Satyagraha heißt es: „Die Macht, die aus der Liebe kommt und in Liebe angewendet wird.“ „In dieser Zeit, wo Gewalttätigkeit, in Lüge verkleidet, so unheimlich wie noch nie auf dem Throne der Welt sitzt, bleibe ich dennoch überzeugt, dass Wahrheit,

Liebe, Friedfertigkeit, Sanftmut und Gütigkeit die Gewalt sind, die über aller Gewalt ist. Ihnen wird die Welt gehören, wenn nur genug Menschen die Gedanken der Wahrheit, der Friedfertigkeit und der Sanftmut rein und stark und stetig genug denken und leben.” Denn „alle gewöhnliche Gewalt beschränkt sich selber. Sie erzeugt Gegengewalt, die früher oder später ebenbürtig oder überlegen wird. Die Gütigkeit aber wirkt einfach und stetig. Sie erzeugt keine Spannungen, die sie beeinträchtigen. Bestehende Spannungen entspannt sie, Misstrauen und Missverständnisse bringt sie zu Verflüchtigung, sie verstärkt sich selber, indem sie Gütigkeit hervorruft. Darum ist sie die zweckmäßigste und intensivste Kraft. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinaus gibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen … Wo aber Zwang und Gewalt ist, da ist Gefahr für die Religion, doppelt Gefahr, wenn die Religion den Namen und die Berechtigung zur Gewalt hergeben muss oder zuletzt gar selbst auf Gewalt ausgeht.” Diese denkwürdigen und erschreckend aktuellen Sätze sprach Albert Schweitzer schon vor fast einem Jahrhundert aus. Während Gewalt auf Unterwerfung zielt, bewirkt Gewaltlosigkeit Versöhnung.

Martin Luther King fasste in seinen Weihnachtspredigten den ethischen Grundwert der Gewaltlosigkeit in die folgenden Worte: „Ich habe zu viel Hass gesehen, als dass ich selber hassen möchte, und ich habe Hass in den Gesichtern zu vieler Sheriffs, zu vieler weißer Stadträte und zu vieler Ku-Klux-Klan-Leute im Süden gesehen, als dass ich selbst hassen möchte und jedesmal, wenn ich ihn sehe, sage ich mir, Hass ist eine zu große Last, als dass man sie tragen möchte.” In der Mason Temple Church von Memphis rief er aus: „Es gibt in dieser Welt keine Wahl mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit. Entweder Gewaltlosigkeit oder Nicht-existenz.”

Über menschliche Werte im Geist der Ehrfurcht vor dem Leben – 4. Teil

13

A010

Dankbarkeit

Von Albert Schweitzer stammt der Hinweis: „Der Mensch, dem du Dankbarkeit schuldest, sei dir nie ein Mensch wie ein anderer und werde es nie, sondern bleibe dir etwas Besonderes, wie etwas, das dir geheiligt ist.” Doch sollte man als „Beschenkter” sich nicht als „Schuldner” fühlen, der etwas gut zu machen oder zu entgelten hat. Wichtig sei, die Dankbarkeit zu zeigen und auch auszusprechen. Denn ausbleibende Dankbarkeit führt zu Enttäuschungen und bewirkt das Gegenteil von dem, was Albert Schweitzer noch zur Dankbarkeit gesagt hat: „Die dankbaren Menschen geben den anderen Kraft zum Guten.”

Dankbarkeit darf vor allem auch nicht fehlen, wenn Menschen zusammen leben, stellt Wolfgang Teichert (in Möllering und Behlau) fest. „Auch wenn sie noch so geringfügig ist und man Dankbarkeit nicht gleich überall entdeckt. Während der dankbare Mensch das Empfangene im Gedächtnis behält, hat der Undankbare es schnell vergessen, weil er es für etwas Selbstverständliches hält. Durch undankbares Verhalten stellt sich der Mensch aber selbst ins gesellschaftliche Abseits. Dankbarkeit gestaltet das menschliche Zusammenleben freundlich, denn sie beruht ja nicht auf dem Prinzip der Leistung und Gegenleistung. Dankbarkeit ist in erster Linie eine Herzenssache, denn sie will nicht nur ausgesprochen, sondern tief empfunden sein. Auch wenn es keine persönlichen „Geber” gibt, sollte man Dankbarkeit empfinden: So sollte man dafür dankbar sein, dass man gesund ist und vor Unheil bewahrt bleibt, wenn man zu essen hat und nicht Hunger leidet, wenn man in harmonischen Familienverhältnissen leben kann, wenn etwas vollbracht ist, was viel Mühe bereitet hat, wenn man lieben Menschen begegnet, wenn man zu besserer Erkenntnis oder Einsicht gelangt ist. Es gibt ja so vieles, wofür man dankbar sein muss, was aber vielen Menschen als selbstverständlich erscheint. Dankbarkeit spielte zum Beispiel auch bei dem Entschluss des Studenten Albert Schweitzer eine Rolle, vom dreißigsten Lebensjahr an Mensch für Menschen sein zu wollen, was er dann ja auch verwirklicht hat. So gehören das Danken und das Denken zusammen, denn Undankbarkeit beruht allzu oft auf Gedankenlosigkeit. „Dankbarkeit beglückt, weil man sie so selten sichtbar erlebt”, fand Stefan Zweig.

Saluton

Lifestyle Blog

ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Chocoviv’s Lifestyle Blog

Mommy blogger, who loves to share what she loves!

The Task at Hand

A Writer's On-Going Search for Just the Right Words

Floweryflower

If you like Flowers, Nature, Photography and pretty quotes, Welcome!

Dave Bikes America

One man, two wheels, Pacific to Atlantic

Elizabeth Gauffreau

Fiction Author

euredurchlaucht

Bilder, Eindrücke und Blödeleien

Portraits of Wildflowers

Perspectives on Nature Photography

Vigilant Knight

Exploring the history!

GenTraveling

Collecting stories from family historians who are climbing their family trees and planning trips to where their ancestors actually lived!

Educated Unemployed Indian

Trying to benefit from education & (a little) from unemployment!

tanja britton

Lives and writes at the foot of Pikes Peak

Applegate Genealogy

Helping others discover their roots

Poetry and Prose

From soul to soul

Little Fears

Tales of humour, whimsy and courgettes

DaleDucatte.com

"Pay attention to the world." -- Susan Sontag

Deepa Kadavakat

Celebrate the ordinary & beautiful self

Susan Rushton

Celebrating gardens, nature, photography and a creative life

PETER GRAARUP WESTERGAARD

Independent blog about literature, philosophy and society in words and images

Floresphotographic

Flower & Nature Photography.

The Hejhej blog

Another blog that you dont need

The Flowers of Art

In the kingdom of life, with the strokes of the brush, the bow and the pen, artists have sowed their hearts to contrive, fields rivalling in beauty the Garden of Eden.

The Timeless Treasure

A Sneak Peek of My Life !!!

Theresa J. Barker

literary & science fiction writer

Jupp Kappius

Zur Erinnerung an Josef "Jupp" Kappius

Calmgrove

Exploring the world of ideas through books

A Walk to Stressfree Life

be thankful for this blessed life!!!

Karolina Górska & Piotr Jurkiewicz

fotografia z naszej perspektywy

Melissa Blue Fine Art

Celebrating the Healing Beauty of Nature

The Peter and Gertrud Klopp Family Project

Reflections on Life, Family and Community

The Back Road Chronicles

Curious soul...and it makes me wanna take the back roads!

MaritimeMac

Go Explore

Inspire me

Love, Relationship, Lifestyle, Purpose, Marriage & Family

Travelling around the world

Traveller, photography

Intrepid Venture

Exploring the realms of the arts, sciences and politics

Megha Bose

A peek into Megha's mind

natureliteratureculturejournal

This is a journal about the things that inspire me: a beautiful landscape, a good book, a fascinating museum.

Candid Chicana

Chicano Culture, Inspiration, Self-Development

Frank Solanki

If you want to be a hero well just follow me

Plants and Beyond

Green Plants Based Living and Gardening

Zimmerbitch

age is just a (biggish) number

%d bloggers like this: