The Peter and Gertrud Klopp Family Project

Reflections on Life, Family and Community

Category Archives: German language contributions

Albert Schweitzer – Seminar #15

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Wie Albert Schweitzer einem Kranken erklärt, warum er nach Lambarene kam

Als alle Bretter und Pfähle aus dem Sägewerk angekommen waren, konnte der Bau der Baracken beginnen. Dazu wurden Flächen eingeebnet und glatt geharkt. Dann zog der Doktor lange Striche in den Boden, wo die Baracken stehen sollten. Zuerst wurden Pfähle eingegraben, auf denen die Häuschen stehen sollten. Beim Ausgraben der Löcher für die Pfähle achtete Albert darauf, dass keine Käfer oder Würmer hineingefallen waren. Wenn das doch passiert war, kniete er sich hin und hob die Tierchen aus dem Loch, damit sie nicht sterben mussten. Die Pfähle waren für die Häuser wichtig, damit beim Regen nicht das Wasser in die Räume floss und damit auch keine Schlangen hineinkriechen konnten. In den Räumen wurden breite Betten aufgestellt, welche die Angehörigen für ihre Kranken bauen mussten. Auch hierfür hat ihnen Albert Schweitzer alles gezeigt. Dabei hat er sich an die Tischler in seinem Heimatdorf Günsbach erinnert, denen er als Kind immer bei der Arbeit zugesehen hatte. In den Betten lag trockenes Gras, das als Matratze diente.

Da sie keine Dachziegeln hatten, deckten sie die Dächer mit Palmenblättern ab. Auch sie hielten den Regen ab und spendeten Schatten. Glasfenster gab es nicht, sondern nur offene Türen, durch die die Luft hindurchziehen konnte. Dann war es nicht zu heiß.

Es gab auch einen großen Raum in einer Baracke. Der diente als Operationssaal. Nun hatten Albert, Helene und Joseph genügend Platz zum Operieren. Aber sie hatten noch kein elektrisches Licht, sondern mussten sich mit Öllampen begnügen. Das erschwerte ihre Arbeit sehr, denn man konnte nur schlecht sehen.

Einmal wurde ein kranker Mann in das Hospital gebracht. Er hatte einen eingeklemmten Bruch am Bauch. Seine Bauchwand war aufgerissen und der Darm trat hervor. Das schmerzte sehr und der Mann stöhnte und weinte. Albert legte ihm die Hand auf die Stirn und tröstete ihn: „Du brauchst keine Angst zu haben. Du wirst gleich einschlafen und wenn du wieder aufwachst, hast du keine Schmerzen mehr!“ Der Kranke wurde auf den Operationstisch gelegt, und Helene gab ihm die Narkose. So schlief er schnell und fest ein. Dann reichte Joseph dem Doktor das Operationsmesser, mit dem er den Bauch aufschnitt und den eingeklemmten Darm wieder in die Bauchhöhle drückte.

Schließlich nähte er die Bauchwand wieder zu. Als der Kranke wieder aus der Narkose erwachte, rief er aus: „Ich habe nicht mehr weh!“ Er ergriff die Hand des Doktors und dankte ihm. Doch Albert sagte ihm: „Mir brauchst du nicht zu danken! Mich hat Jesus geschickt und hat gesagt, dass ich dir und anderen Menschen helfen soll. Und viele weiße Menschen in Europa und Amerika haben Geld gespendet, damit ich Medizin kaufen kann.“ Das hat der operierte schwarze Mann verstanden. So saßen der weiße Albert und der schwarze Afrikaner beieinander und erkannten: Wir alle sind Brüder!

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Albert Schweitzer – Seminar #14

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Wie Albert Schweitzer Häuser baute

Immer mehr Kranke kamen zu Doktor Albert Schweitzer und seiner Frau Helene. Von morgens bis abends arbeiteten sie schwer. Sie operierten, impften; verbanden die kranken oder verletzten Menschen, die oft lange geduldig warten mussten, bis sie an der Reihe waren. Doch wo sollten sie die vielen Kranken und ihre Familienangehörigen unterbringen? Sie konnten ja nicht immer im Freien schlafen! Sie mussten vor der Hitze und vor den heftigen Tropengewittern geschützt werden. Also mussten Baracken gebaut werden. Doch es gab im Urwald keine Baufirma, die das erledigte, und es gab auch keinen Baumarkt, wo man Bretter und Nägel kaufen konnte. Also musste alles selbst geschaffen werden.

So zog Albert Schweitzer mit starken Männern, die ihre kranken Frauen im Hospital hatten, in den nahen Urwald. Dort fällten sie große Bäume und zersägten sie. Die Arbeit war bei der Hitze schwer und der Schweiß rann ihnen in Strömen von der Stirn. Die zersägten Bäume wurden dann an das Ufer des Flusses gerollt oder getragen und von dort in Kähne geladen und zu einem fernen Sägewerk gebracht. Danach kamen die Bretter dann wieder zurück und wurden zum Trocknen aufgestapelt. Auch dabei hat Albert geholfen, obwohl er schon vom Operieren ziemlich müde war. Doch er trug die Bretter mit wie alle anderen Männer. Da kam ein Afrikaner in vornehmem Anzug vorbei. Albert rief ihm zu: „He, Kamerad, helfen Sie uns bitte die Bretter tragen. Es wird gleich regnen und die Bretter werden nass!“ Aber der Afrikaner antwortete: „Das ist keine Arbeit für mich! Ich bin ein Studierter!“ Albert schüttelte nur den Kopf und sagte: „Schade, dass ich kein Studierter bin!“ Dabei hatte Albert Schweitzer viel mehr und viel länger studiert als der „vornehme“ Afrikaner!

Was hatten die fleißigen Hände  von Albert Schweitzer nicht alles zu tun! Am Vormittag mussten sie operieren, impfen und Salben auftragen; am Nachmittag galt es, Pfähle zu setzen, Dächer zu decken und Bretter zu nageln; abends spielten sie auf dem Tropenklavier und nachts schrieben sie Briefe und dicke Bücher. Nur wenige Stunden der Ruhe waren ihnen vergönnt.

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Wir merken uns: Kein Mensch ist für einfache Arbeiten zu schade. Man soll jede Arbeit achten und auch bereit sein, sie zu verrichten.

 

Albert Schweitzer – Seminar #13

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Die Geschichte vom Hühnerstall und vom Arzthelfer Joseph

Die siebzig Kisten standen am Ufer des Flusses. Da bekamen sie plötzlich viele schwarze Beine und wanderten den Hügel hinauf zum Holzhaus des Doktors und seiner Frau. Als der Doktor genauer hinsah, bemerkte er viele schwarze Jungen und Mädchen mit kurzen, krausen Haaren, die die Kisten hoch trugen und dabei lachten und schwatzten. Als alle Kisten im Doktorhaus untergebracht waren, stand nur noch das Klavier am Fluss. Das war aber zu schwer für die Kinder. Da mussten starke Männer kommen und das Instrument ins Haus tragen. Albert Schweitzer spielte nämlich abends nach der Arbeit immer auf dem Klavier Musikstücke von Johann Sebastian Bach oder schöne Choräle.

Schon als Albert und Helene die Kisten auspackten, kamen die ersten Kranken zu ihnen. Die meisten fuhren in Einbaumbooten auf dem Ogowefluss zur Station. Es hatte sich nämlich durch Buschtrommeln herumgesprochen, dass ein weißer Oganga in Lambarene ist. Ein Oganga ist ein Zauberer, der Menschen krank und wieder gesund machen kann. Aber Albert sagte ihnen, dass er kein Zauberer sei und auch niemanden krank machen will und kann.

Das sei nur böser Aberglaube. Aber die Kranken kamen nicht allein, sondern mit ihren Familien. Für die Behandlung mussten sie bezahlen. Weil die meisten kein Geld hatten, bezahlten sie mit Hühnern, Bananen oder Bambusstäben. Das alles brauchte der Doktor zur Ernährung und Unter­bringung der Menschen. Es gab nämlich noch gar kein Krankenhaus. Albert und Helene mussten im Freien operieren. Das war sehr mühsam, denn die Sonne schien heiß vom Himmel und wenn es regnete, mussten sie die Operation unterbrechen. Abends waren beide immer todmüde.

Doch bald kam Hilfe. Der Missionar zeigte ihnen einen kleinen Hühnerstall. Den konnten sie als „Operationssaal“ nutzen. Natürlich musste der Stall zuvor gründlich gesäubert werden. Aber nun mussten Albert und Helene nicht mehr in der heißen Sonne stehen und waren auch vor dem Regen geschützt. Der kleine Hühnerstall war der Anfang ihres Hospitals. Eine zweite Hilfe war der Joseph. Er war früher Koch gewesen und konnte acht Stammessprachen sprechen, außerdem französisch und englisch. So konnte er immer alles übersetzen, was der Doktor zu den Kranken sagte. Nur schreiben und lesen konnte Joseph nicht, denn er war nie in eine Schule gegangen. Der Doktor musste den Kranken ganz wichtige Hinweise geben: „Ihr dürft nicht in der Nähe des Krankenhauses hinspucken!“ Oder: „Ihr müsst eure Medizin so einnehmen, wie ich es euch sage!“ Zuerst haben sie nämlich oft alle Tabletten oder die verordneten Tropfen auf einmal geschluckt. Das war gefährlich und das darf man nicht. Weil Joseph früher Koch war, benutzte er auch Ausdrücke wie Fleischer. So sagte er zum Beispiel: „Der Mann hat Schmerzen am Kotelett.“ Oder: „Dieser Frau tut das Filet weh!“. Manche Kranke nahmen überhaupt keine Medizin ein. Sie glaubten, der Doktor würde sie durch Zauber heilen. Aber auch das ist schlimmer Aberglaube. Das alles mussten ihnen Albert und Helene geduldig erklären.

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Albert Schweitzer – Seminar #12

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Die Geschichte von Albert und Helene Schweitzers Schiffsreise nach Afrika

Wisst ihr, was der Karfreitag bedeutet? Es ist der Freitag vor dem Osterfest. An diesem Tag soll Jesus am Kreuz gestorben sein. Er hat den Menschen gesagt und gezeigt, was Nächstenliebe bedeutet: Man soll nicht nur seinen Nächsten, sondern auch seine Feinde lieben. Trotzdem haben ihn seine Feinde getötet. Wer etwas Gutes will und tut, wird nicht immer dafür belohnt und manchmal sogar bestraft.

Der Karfreitag ist ein großer Feiertag, nicht nur für die Christen, sondern eigentlich für alle Menschen, für die Jesus gestorben ist. An einem solchen Karfreitag des Jahres 1913, also vor über 90 Jahren, begann für Albert und Helene Schweitzer die weite Reise nach Afrika. Um dorthin, ganz weit im Süden und mitten im Urwald, zu kommen, mussten die Menschen verschiedene Verkehrsmittel benutzen. Flugzeuge gab es damals für solche weiten Reisen noch nicht. So bestiegen Albert und Helene auf dem Bahnhof von Günsbach einen Eisenbahnzug. Die Glocken der kleinen Dorfkirche läuteten wie zum Abschied. Alberts Mutter, Vater und Geschwister hatten die beiden zum Zug begleitet. Alle waren sehr traurig. Aber Albert tröstete sie und sagte, dass sie in zwei Jahren wiederkämen. Doch es dauerte leider viel, viel länger, und seine Mutter hat er nie wiedergesehen.

Langsam fuhr der Zug an. Dann verschwand das Heimatdorf hinter den Bergen. Die Eisenbahnfahrt dauerte mehrere Tage, denn sie mussten ja quer durch ganz Frankreich fahren, bis sie in der großen Hafenstadt Bordeaux ankamen. Am Hafen mussten sie zuerst die 70 Kisten ausladen und den Zöllnern zur Kontrolle zeigen. Die Zöllner prüfen immer, ob die Reisenden auch nichts ein- oder ausführen, was verboten ist. Doch an diesem Tage arbeiteten die Zöllner nicht, weil Ostern war. Da wurde Albert sehr böse und rief: „Die Kisten müssen unbedingt auf das Schiff! Morgen früh soll die Reise losgehen. Wenn wir dann nicht kontrolliert sind, können wir nicht nach Afrika fahren und dort arbeiten!“ Doch Helene beruhigte ihn. Schreien und Schimpfen hilft nicht weiter. Sie war für Geduld und Güte. Endlich war der Zöllner bereit, die Kisten mit den Medikamenten und Instrumenten auf das Schiff zu lassen. Albert aber entschuldigte sich beim Zöllner, dass er so laut geschimpft hatte. Er hatte es ja nicht so böse gemeint. Aber die Kisten waren eben sehr wichtig.

Als die vielen Kisten endlich auf dem Schiff waren, konnten auch Albert und Helene über einen schmalen Laufsteg auf den Dampfer gehen, der den Namen „Europe“ trug.

Ihre Seereise dauerte über drei Wochen. Unterwegs gerieten sie in einen schweren Sturm. Das Schiff schaukelte hin und her. Albert musste darauf achten, dass die Kisten im Schiff nicht umfielen und zerbrachen. In ihrer Kabine, wo Albert und Helene schliefen, rutschten die Koffer von den Schränken und fielen auf den Boden. Im Speisesaal rutschten die Teller von den Tischen und zerbrachen. Allen Passagieren wurde übel und keiner konnte etwas essen.

Am nächsten Tag war der Sturm vorüber und die Sonne schien. Albert und Helene schauten auf das Meer und beobachteten die Möwen, fliegende Fische und sogar Haifische. Dann gingen sie zurück in die Kabine, wo Albert Briefe und Bücher schrieb und Helene las, was Albert geschrieben hatte. Beide unterhielten sich auch oft mit dem Schiffsarzt, der ihnen von den Krankheiten erzählte, unter denen die Menschen in Afrika litten. Das war für beide sehr wichtig, denn sie wollten ja dort die Kranken heilen.

Nach drei Wochen kam ihr großes Schiff endlich in dem afrikanischen Hafen an. der vor Kap Lopez lag. Dort mündete der große Fluss Ogowe in das Meer. Nun hieß es wieder umladen. Die vielen Kisten wurden vom großen Seedampfer in einen kleinen Flussdampfer umgeladen. Dieses Schiff hatte keine Schraube zum Fortbewegen, sondern wegen der geringen Flusstiefe Schaufelräder. Mit diesem Schiff fuhren sie nun ganz langsam den Fluss hinauf. Aus dem Schornstein kam dunkler Rauch, weil die Dampfmaschinen mit Kohle geheizt wurden. An beiden Seiten des Flusses sah man den dichten Urwald mit seinen großen Bäumen, Schlingpflanzen und Palmen. Zwischen den Baumkronen flogen bunte Vögel hin und her und auf den Ästen saßen viele Affen mit langen Schwänzen.

Am zweiten Tag ihrer Schiffsreise erreichten sie endlich den Ort, zu dem sie wollten. Er hieß Lambarene. Das bedeutet in der Sprache der Einwohner „Ort des Lichtes“. Dort befand sich eine Missionsstation, in der die Menschen über das Christentum unterrichtet wurden. Der Missionar Herr Morel und seine Frau besorgten nun ein paar Boote, die aus Baumstämmen hergestellt worden waren. Sie heißen deshalb Einbaumboote. Mit ihnen ruderten junge Burschen auf dem Fluss hin und her und schafften die Kisten des Doktors vom Flussdampfer an das Land. Dort luden sie sie aus und stellten sie in eine Holzhütte. damit sie bei Regen nicht nass wurden.

Endlich waren Albert und Helene nun an ihrem Ziel und konnten mit ihrer Arbeit beginnen.

Albert Schweitzer – Seminar #11

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Die Geschichte von Albert Schweitzers Vorbereitung auf die Reise nach Afrika

In unserer vorigen Geschichte erfuhren wir, dass Albert Schweitzer sich entschlossen hatte, nicht weiter Wissenschaftler, Pastor und Orgelkünstler zu sein, sondern leidenden Menschen zu helfen. Jesus hatte ihm das Beispiel gegeben und gesagt: „Du aber folge mir nach!“

So wollte er nach Afrika gehen und dort kranke Menschen wieder heilen und von ihren Schmerzen befreien. In Afrika gibt es nämlich viele böse Krankheiten, die besonders die Kinder befallen. Sie bekommen hohes Fieber, Ausschlag oder Geschwüre. Viele Kinder müssen daran sterben, weil ihnen kein Arzt hilft.

Vor seinem Studium hatte Albert Schweitzer eine ganz liebe Frau kennen ge­lernt. Sie hieß Helene und sorgte sich um junge Mütter mit ihren Kindern. Sie half auch den Kindern, die keine Eltern mehr hatten. Sie gab ihnen Essen und Unterkunft. Während Albert studierte, erlernte Helene den Schwesternberuf, um später ihrem Mann helfen zu können. Auch kaufte sie schon Medizin, Salben, Fieberthermometer, Instrumente zum Operieren und Verbände. Das Geld bekam sie durch ihre Arbeit und von Albert, der neben dem Studium noch Orgelkonzerte gab. Außerdem schrieb er an einem Buch über den großen Musiker Johann Sebastian Bach. Auch für dieses Buch erhielt er Geld, mit dem er sein späteres Krankenhaus bezahlte.

So halfen sich beide, Albert und Helene, gegenseitig, ihr großes Ziel zu erreichen und in Afrika ein Hospital zu errichten. Helene und Albert waren nicht nur füreinander da, sondern auch miteinander für andere Menschen. So sollte es immer sein.

Eines Tages traf Albert eine Frau, die mit ihrem Mann in einer Missionsstation in Afrika arbeitete. Eine Missionsstation ist so etwas Ähnliches wie ein Pfarrhaus. Die Frau erzählte ihm, dass diese Station mitten in Afrika an einem Fluss liegt, der Ogowe heißt. „Es gibt viele Kranke dort, viele von ihnen sterben, weil ihnen keiner helfen kann“, sagte die Frau. Der Mann dieser Frau war Missionar und hieß Morel. Er erzählte Albert Schweitzer, wie die Menschen dort leben, was sie essen und womit sie sich beschäftigen.

Da sagte Albert Schweitzer dem Missionar, dass er mit seiner Frau nach Lambarene kommen werde: „Wir werden es versuchen!“ „Das ist ja wunderbar“, rief Herr Morel aus. „Ich werde ihnen ein Stück Land, eine kleine Holzhütte und einen Hühnerstall geben, womit sie ihr Hospital errichten können! Mehr kann ich leider nicht für sie tun.“ „Das lassen sie meine Sorge sein“, antwortete Albert Schweitzer. Meine Frau Helene und ich werden das schon schaffen“. Doch wie schwer das alles sein würde, ahnten beide noch nicht.

Albert Schweitzer – Seminar #7

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Die Geschichte von der Angst, ausgelacht zu werden

Früher haben die Kinder gerne mit einer Schlappschleuder geschossen. Man spannte einfach Gummibänder an eine kleine Zweiggabel, legte einen Stein oder eine Erbse in die Lusche, spannte und ließ den Stein fliegen. Man zielte auf einen Baumstamm oder eine Blechbüchse oder in die Luft. Doch war es verboten, auf Menschen oder Tiere zu schießen, denn man konnte sie damit verletzen oder sogar töten.

Auch Albert besaß eine solche Schleuder. Er kniff das linke Auge zusammen, schoss auf einen Ball und traf ihn auch. Da kam sein Freund Heinrich hinzu. Er schlug ihm vor, doch nicht auf einen Ball, sondern in den Wald zu gehen und auf Vögel zu schießen. Da könnte Albert zeigen, ob er wirklich ein guter Schütze ist. Aber Albert wollte nicht auf Tiere schießen, denn sie taten ihm leid. Ganz gleich, ob es Amseln oder Spatzen sind, sie alle wollen ja leben. Außerdem hatte er die zehn Gebote gelernt, in denen es heißt: Du sollst nicht töten!

Doch Albert traute sich nicht, „nein“ zu sagen. Er fürchtete, dass ihn sein Freund Heinrich auslachen und einen Angsthasen nennen würde. So antwortete er: „Ich komme mit!“

Beide Jungen liefen nun zum Wald, lasen kleine Steine auf und warteten hinter einem Baum darauf, dass Vögel kämen und sich auf die Zweige setzten. Da kam eine Schar Spatzen angeflattert. Sie ließen sich auf dem Baum nieder und zwitscherten fröhlich in die Morgenluft. „Die schießen wir runter“, flüsterte Heinrich leise. „Schieß, Albert!“, befahl er streng. Doch eine innere Stimme warnte ihn und sagte: “Schieß nicht. Albert!“ „Ich schieße daneben“, meinte Albert im Stillen. „Ich will doch keine Vögel töten!“

Albert spannte den Gummi der Schleuder und wollte gerade schießen, als vom Kirchturm in Günsbach die Glocken zu läuten begannen. Sie riefen zum Sonntagsgottesdienst. Albert erschien das Glockenläuten wie eine Mahnung: „Du sollst nicht töten, Albert!“ Albert sprang auf, warf die Schleuder weg und rannte nach Hause. Sein Herz klopfte stark, doch er war froh. Denn er hatte nicht etwas Böses getan, was ihm ein anderer befohlen hatte. Seine innere Stimme, sein Gewissen, war stärker als der Befehl des Freundes.

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