
Carthage by Peter Klopp ©
Lost in the Rain
Storm and rain lashed the two legionnaires’ faces. Suddenly it was autumn. Under the heavy rain, the meadows became waterlogged, making it difficult for the two soldiers to walk.
“Holy shit! What a mess!” Lucius complained.
“I thought you wanted to be a general one day,” Publius remarked ironically. “You must still be able to dream in such weather. For my part, I just think it’s great to be able to run against the storm like that and struggle with it.”
Lucius grumbled a bit, but his companion didn’t understand what he said. They had lost contact with the troops for about four hours and were now looking for the camp in the rapidly falling darkness. They had long since ceased to be interested in the runaway slaves who still loitered around in this area and attacked honest people. But nothing could be seen in this dull grey weather. Sometimes they came across herds of cattle huddled together in the meadows.
“What a surprise!” Publius suddenly exclaimed enthusiastically. “I see light there on the right behind the row of birch trees. Hopefully there aren’t any slaves. They won’t give us a very friendly welcome!”
“Nonsense, it’s an estate. A blind man without a cane can see that!” replied Lucius.
They rushed towards it. It turned out he was right. A large farmstead appeared in its dark outlines. Publius hit the gate with the butt of his short sword. He had to repeat the knock several times until a slurping gait of sandals came from inside and the door finally opened. A warm stream of air blew towards the completely soaked soldiers.
“Who are you and what do you want?” a youthful voice called out to them.
“Lost legionnaires looking for shelter.” When the boy found out their plight, he immediately invited them to come in and warm up by the fireplace. This was the so-called parlour into which they entered. A large fire flickered and crackled merrily in the brick fireplace.
Karthago von Peter Klopp ©
Verirrt im Regen
Sturm und Regen peitschten die beiden Legionären ins Gesicht. Mit einem Schlag war es Herbst geworden. Unter dem schweren Regen zogen sich die Weiden voller Wasser, und das machte den beiden das Gehen schwer.
„Verdammte Scheiße! So ein Sauwetter!“, schimpfte Lucius.
„Ich glaube, du willst einmal Feldherr werden“, bemerkte Publius ironisch. „Da musst du bei solch einem Wetter noch träumen können. Ich für meinen Teil finde es einfach klasse, so gegen den Sturm anzulaufen und mit ihm sich messen zu dürfen.“
Lucius brummelte etwas, was Publius jedoch nicht verstand. Seit etwa vier Stunden hatten sie die Verbindung zur Truppe verloren und suchten jetzt in der schnell hereinbrechenden Dunkelheit ihr Lager. Die entlaufenen Sklaven interessierten sie schon lange nicht mehr, die in dieser Gegend noch vereinzelt herumlungerten und rechtschaffene Leute überfielen. Aber nichts war in diesem trüben Wettergrau zu erkennen. Manchmal stießen sie auf Rinderherden, die dicht zusammengedrängt auf den Wiesen kauerten.
„Ich glaub’, mein Muli priemt!“, rief Publius plötzlich begeistert aus. „Dort rechts hinter der Birkenreihe sehe ich Licht. Hoffentlich sind das keine Sklaven. Die werden uns nicht gerade freundlich empfangen!“
„Quatsch, es ist ein Gutshof. Das sieht doch ein Blinder ohne Krückstock!“, erwiderte Lucius.
Im Laufschritt eilten sie darauf zu. Es stellte sich heraus, dass er recht hatte. Ein großes Gehöft zeigte sich in seinen dunklen Umrissen. Publius schlug mit dem Knauf seines Kurzschwertes gegen das Tor. Mehrmals musste er das Klopfen wiederholen, bis von innen ein Schlürfen von Sandalen näher kam und die Tür sich endlich öffnete. Ein warmer Luftstrom wehte den völlig Durchnässten entgegen.
„Wer seid ihr und was wollt ihr?“, rief ihnen eine jugendliche Stimme entgegen.
„Verirrte Legionäre, die Obdach suchen.“ Als der Junge das erfahren hatte, lud er sie sofort ein, hereinzukommen und sich am Kamin aufzuwärmen. Das war die sogenannte gute Stube, in die sie traten. Ein großes Feuer flackerte und knisterte lustig im Backsteinkamin.





