The Peter and Gertrud Klopp Family Project

Reflections on Life, Family and Community

Tag Archives: Albert Schweitzer

Albert Scheitzer – Seminar #18

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Die Geschichte vom Krieg, der Leid bringt und Gutes zerstört

Als Albert und Helene ihr kleines Hospital mit seinen Baracken. Wohnhäuschen und den Operationssaal endlich aufgebaut hatten und jeden Tag kranke Menschen behandeln konnten, brach in Europa ein großer Krieg aus. Später nannte man ihn den Ersten Weltkrieg. In diesem Krieg waren Deutsche und Franzosen nicht Freunde, wie das heute der Fall ist. Die Menschen wurden aufgehetzt, fühlten sich als Feinde und schossen einander tot. Krieg ist das Schlimmste, was den Menschen passieren kann. Deshalb muss man alles tun, um ihn zu verhindern.

Auch für Albert und Helene Schweitzer bedeutete dieser Krieg großes Leid, denn er zerstörte ihr ganzes Lebenswerk. Sie beide waren ja Deutsche. Aber das Land, in dem ihr Hospital stand, gehörte zu Frankreich. Für die Franzosen waren Albert und Helene Schweitzer nun auf einmal Feinde, obwohl sie nichts Böses getan hatten. Im Gegenteil: Sie hatten nun wirklich das Beste getan, was ein Mensch überhaupt tun kann, nämlich anderen Menschen helfen, gesund zu werden. So widersinnig ist eben der Krieg. Jedenfalls befahl ein französischer General, dass die Schweitzers in ihrem selbst erbauten Hospital nicht mehr arbeiten durften. Sie wurden in ihr Doktorhaus eingesperrt und durften es nicht mehr verlassen. Vor dem Haus stand ein Soldat mit einem Gewehr Wache. Der arme Kerl stand während des ganzen Tages in der prallen Sonne und passte auf, dass niemand das Haus verließ. Das tat Albert Schweitzer leid. Er nahm sich ein paar Bretter, eine Säge, Hammer und Nägel und baute ein kleines Wachhäuschen. Das stellte er vor die Tür des Hauses, in dem er eingesperrt war. Dann sagte er dem Soldaten, er solle sich doch hineinstellen, was er auch tat. So war er wenigstens vor der Sonne und dem Regen geschützt. Der einfache Soldat konnte ja ebenso wenig etwas für den Krieg wie Albert Schweitzer und beide waren Menschen, die sich von Natur aus nicht böse waren.

Inzwischen hatten aber die Kranken im Hospital und ihre Familienange­hörigen darüber geklagt, dass sie nicht mehr vom Doktor und seiner Frau behandelt werden durften. Daraufhin ließ der General die beiden Schweitzers doch wieder zu den Kranken.

Doch eines Tages mussten sie doch noch ihre Sachen packen. Der Krieg in Europa war immer schrecklicher geworden. Millionen Menschen waren schon getötet worden und der Hass zwischen den Ländern wurde immer stärker. Albert und Helene Schweitzer wurden als Gefangene auf ein Schiff gebracht und nach Frankreich transportiert. Dort kamen sie in ein großes Gefangenenlager, wo sie hungerten und froren. Beide wurden sehr krank.

Erst als der Krieg zu Ende war, wurden Albert und Helene Schweitzer freigelassen und konnten wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren. Dort erfuhren sie, dass Alberts Mutter gestorben war. Sie wurde von deutschen Soldatenpferden umgerannt und hatte sich dabei so schwer verletzt, dass sie starb. Auch Alberts Vater hatte durch den Krieg sehr gelitten und war krank. Das alles war sehr traurig für Albert und Helene. Denn außer ihrem Kummer im Gefangenenlager und im Heimatdorf war nun ihr mühsam erbautes Urwaldhospital ohne Arzt und Schwester. Kein Mensch konnte sich mehr um die Kranken kümmern. Lange würde das Hospital sicher nicht bestehen können.

Wir merken uns:

Krieg ist etwas ganz Böses. In ihm werden unschuldige Menschen getötet oder verletzt und es wird zerstört, was fleißige Menschen vorher geschaffen haben. Jeder Mensch muss deshalb etwas für den Frieden tun und gegen den Krieg sein. Denn es heißt zu Recht: Du sollst nicht töten!

Albert Schweitzer hat gezeigt, dass man auch seine Feinde lieben soll. Sie wissen nämlich oft nicht, was sie tun.

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Albert Schweitzer – Seminar #17

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Wie Albert Schweitzer im Urwald ein Buch schrieb und eine Idee hatte

Nach dem Abendessen ging Albert Schweitzer immer in sein Arbeitszimmer und spielte etwas auf seinem Klavier. Er spielte am liebsten Werke von Johann Sebastian Bach. Das Klavier war für die heißen Tropen mit ihren vielen Schädlingen auf besondere Weise gebaut. Trotzdem haben Termiten, das sind weiße Ameisen, seine Inneneinrichtung zerfressen. Immer wieder musste es repariert werden. Alle kranken und gesunden Menschen und auch die Tiere im Urwald lauschten der schönen Musik, wenn Albert Schweitzer spielte. Danach setzte er sich an seinen Schreibtisch. Denn er schrieb neben seiner Arbeit als Arzt, Häuserbauer, Gärtner und „Bürgermeister” des Hospitaldorfes noch wissenschaftliche Bücher. In seinen Büchern wollte er den Menschen zeigen, was gut und was böse ist und wie sie gut handeln können. Als er so am Schreibtisch saß, lagen zu seinen Füßen eine kleine Antilope und eine Katze. Die Antilope schubberte ihr Näschen an Alberts Bein und die Katze sprang auf den Tisch und lief über das Papier, auf dem Albert schrieb. Das störte ihn natürlich und er schob sie weg, weil sie mit ihren Pfötchen die Tinte verwischte. Damals gab es nämlich noch keine Kugelschreiber und erst recht keine Computer. Man schrieb mit Federhalter und Tinte. Da schimpfte der Doktor mit der Katze und jagte sie vom Tisch. Doch sie sprang immer wieder hoch, tappelte hin und her, schnupperte am Tintenfass und kratzte sich hinter den Ohren. Da sagte Albert zu seinem Kätzchen: „Du hast einen dickeren Kopf als ich. Aber der Klügere gibt nach. Bleibe auf dem Tisch, aber lege dich hin und laufe nicht immer über mein Schreibpapier!” Die Katze schien das zu verstehen, legte sich auch wirklich brav hin und Albert kraulte sie mit der linken Hand ein wenig am Hals, während er mit der rechten Hand schrieb. Auf seinem Tisch brannte eine Öllampe, denn es gab am Anfang noch kein elektrisches Eicht in Lambarene. Draußen war es stockdunkel und man hörte im nahen Urwald die Insekten zirpen. Aus der Öllampe strömte ganz heiße Luft. Vom Licht angezogen, flogen Schmetterlinge und Käfer ins Zimmer und umschwärmten die Lampe. Da merkte Albert, dass sie sich an der heißen Lampe ihre Flügel verbrannten. So scheuchte er die Insekten aus seinem Zimmer und schloss die Fenster. Lieber saß er in der stickigen Luft, als dass er mit ansah, wie sich die Insekten verletzten.

Lange dachte Albert darüber nach, wie die Menschen zu anderen Menschen, aber auch zu den Tieren und Pflanzen, ja zu allem, was lebt, verhalten sollten. Denn alle wollen ja leben: Mein Freund, der Nachbar, der Hund, die Katze, der Regenwurm, der Marienkäfer, das Stiefmütterchen, die Butterblume, die Birke. Alles um mich herum will leben so wie auch ich leben will. Das muss man immer beachten. Eines Abends, als Albert Schweitzer mit einem Boot auf dem Ogowefluss zu einer kranken Frau fuhr, badeten dicke Nilpferde im Wasser und Albert erfreute sich an ihnen. Als er ihnen so zuschaute, kam ihm plötzlich eine ganz große Idee. Sie hieß: „Ehrfurcht vor dem Leben“. Das bedeutet, dass der Mensch Achtung, Bewunderung und Liebe zu allem zeigen soll, was lebt. Er soll keinem Lebewesen etwas Böses antun und ihm immer helfen, wenn es Hilfe braucht. Nun war er glücklich, denn er hatte endlich nach langem Nachdenken das richtige Wort gefunden zum Verhalten der Menschen gegenüber seiner Mitwelt.

 

Albert Schweitzer – Seminar #16

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Die Geschichte vom „Tierheim“ in Lambarene

Albert Schweitzer liebte nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und die Pflanzen. Ihm war alles Leben heilig. Kein Wunder, dass er sich in seinem Krankenhaus nicht nur um kranke Menschen, sondern auch um kranke Tiere kümmerte. Bei ihren Arbeiten im Urwald, am Fluss oder im Gemüsegarten fanden die Leute oftmals kranke oder verlassene Tiere. Sie hatten vom Doktor gelernt, dass man solchen Tieren helfen muss und sie nicht im Stich lassen darf. Einmal brachten die Männer, die im Wald gearbeitet hatten, eine kleine Antilope an. die ihre Mutter verloren hatte. Antilopen sehen aus wie Rehe. Alberts Helferin Emma Hausknecht nahm eine Babyflasche, füllte Büchsenmilch hinein und gab sie der kleinen Antilope zum Trinken. So wuchs das Tier heran und war so zahm, dass sie den Menschen aus der Hand fraß. Sie ging auch in das Arbeitszimmer des Doktors und knabberte dort das Schreibpapier an. Deshalb musste er die beschriebenen Seiten an einen Nagel an der Wand aufhängen. Einmal hatte die kleine Antilope sogar alle seine Briefmarken aufgefressen, die auf dem Tisch gelegen hatten.

Ein anderes Mal grunzte es plötzlich vor dem Doktorhaus. Als Albert Schweitzer heraus sah, erblickte er eine Frau mit einem kleinen Wildschein auf dem Arm. Sie wollte es dem Doktor verkaufen, weil sie Geld brauchte.

Dem Doktor taten sowohl die Frau als auch das Schweinchen leid, und so kaufte er es der Frau ab. Seiner Frau Helene gefiel das ganz und gar nicht. Schließlich gab es schon genug zu tun im Hospital. Aber Albert baute einen kleinen Käfig, sperrte das Schwein dort ein und ging zu seinen Kranken. Als er zurückkam, war das Schwein verschwunden. Es hatte sich unter dem Zaun des Käfigs durchgewühlt, war zum Doktorhaus gelaufen und hatte sich gemütlich vor die Tür gelegt. Es sah den Doktor freundlich an, als wollte es zu ihm sagen: „Hier bin ich wieder. Du brauchst mich nicht einzusperren, ich laufe dir nicht weg!“ Albert ließ es auch laufen und gab ihm den Namen Josephine. Das Tier war ein richtiger kleiner Schlingel. Einmal hatte es sich im Schlamm gewälzt. Dann rannte es in die Kirche, wo gerade Gottesdienst war. Es drängte sich zwischen die Reihen und beschmierte alle Kleider und Hosen der Gläubigen mit seinem Schlamm. Dann legte es sich hin und schlief einfach ein.

Ein anderes Tier war ein Pelikan. Er war verletzt und musste am Flügel operiert werden. Auch er war für die Hilfe dankbar, fühlte sich im Hospital wohl und flog nicht mehr weg, nachdem er wieder gesund geworden war. Er war auch ein kleiner Schlingel, denn er zwickte mit seinem langen Schnabel andere Tiere, aber auch die Menschen in die Beine. Über ihn hat Albert Schweitzer ein kleines Buch geschrieben. Es heißt: „Ein Pelikan erzählt aus seinem Leben“. Aus diesem Buch werden wir später vorlesen. So kamen mit der Zeit noch viele andere Tiere in das Hospital. Es waren Affen, Papageien, Hunde, Katzen, Schafe, Igel und Eulen. Lambarene war nicht ein Krankenhaus für Menschen, sondern eigentlich auch ein kleines Tierheim. Jedes Tier bekam einen „Paten“, der sich um sein Wohl kümmerte, es fütterte und beaufsichtigte. Albert Schweitzer sagte immer: „Tierschutz erzieht zur Menschlichkeit“.

Albert Schweitzer – Seminar #15

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Wie Albert Schweitzer einem Kranken erklärt, warum er nach Lambarene kam

Als alle Bretter und Pfähle aus dem Sägewerk angekommen waren, konnte der Bau der Baracken beginnen. Dazu wurden Flächen eingeebnet und glatt geharkt. Dann zog der Doktor lange Striche in den Boden, wo die Baracken stehen sollten. Zuerst wurden Pfähle eingegraben, auf denen die Häuschen stehen sollten. Beim Ausgraben der Löcher für die Pfähle achtete Albert darauf, dass keine Käfer oder Würmer hineingefallen waren. Wenn das doch passiert war, kniete er sich hin und hob die Tierchen aus dem Loch, damit sie nicht sterben mussten. Die Pfähle waren für die Häuser wichtig, damit beim Regen nicht das Wasser in die Räume floss und damit auch keine Schlangen hineinkriechen konnten. In den Räumen wurden breite Betten aufgestellt, welche die Angehörigen für ihre Kranken bauen mussten. Auch hierfür hat ihnen Albert Schweitzer alles gezeigt. Dabei hat er sich an die Tischler in seinem Heimatdorf Günsbach erinnert, denen er als Kind immer bei der Arbeit zugesehen hatte. In den Betten lag trockenes Gras, das als Matratze diente.

Da sie keine Dachziegeln hatten, deckten sie die Dächer mit Palmenblättern ab. Auch sie hielten den Regen ab und spendeten Schatten. Glasfenster gab es nicht, sondern nur offene Türen, durch die die Luft hindurchziehen konnte. Dann war es nicht zu heiß.

Es gab auch einen großen Raum in einer Baracke. Der diente als Operationssaal. Nun hatten Albert, Helene und Joseph genügend Platz zum Operieren. Aber sie hatten noch kein elektrisches Licht, sondern mussten sich mit Öllampen begnügen. Das erschwerte ihre Arbeit sehr, denn man konnte nur schlecht sehen.

Einmal wurde ein kranker Mann in das Hospital gebracht. Er hatte einen eingeklemmten Bruch am Bauch. Seine Bauchwand war aufgerissen und der Darm trat hervor. Das schmerzte sehr und der Mann stöhnte und weinte. Albert legte ihm die Hand auf die Stirn und tröstete ihn: „Du brauchst keine Angst zu haben. Du wirst gleich einschlafen und wenn du wieder aufwachst, hast du keine Schmerzen mehr!“ Der Kranke wurde auf den Operationstisch gelegt, und Helene gab ihm die Narkose. So schlief er schnell und fest ein. Dann reichte Joseph dem Doktor das Operationsmesser, mit dem er den Bauch aufschnitt und den eingeklemmten Darm wieder in die Bauchhöhle drückte.

Schließlich nähte er die Bauchwand wieder zu. Als der Kranke wieder aus der Narkose erwachte, rief er aus: „Ich habe nicht mehr weh!“ Er ergriff die Hand des Doktors und dankte ihm. Doch Albert sagte ihm: „Mir brauchst du nicht zu danken! Mich hat Jesus geschickt und hat gesagt, dass ich dir und anderen Menschen helfen soll. Und viele weiße Menschen in Europa und Amerika haben Geld gespendet, damit ich Medizin kaufen kann.“ Das hat der operierte schwarze Mann verstanden. So saßen der weiße Albert und der schwarze Afrikaner beieinander und erkannten: Wir alle sind Brüder!

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Albert Schweitzer – Seminar #14

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Wie Albert Schweitzer Häuser baute

Immer mehr Kranke kamen zu Doktor Albert Schweitzer und seiner Frau Helene. Von morgens bis abends arbeiteten sie schwer. Sie operierten, impften; verbanden die kranken oder verletzten Menschen, die oft lange geduldig warten mussten, bis sie an der Reihe waren. Doch wo sollten sie die vielen Kranken und ihre Familienangehörigen unterbringen? Sie konnten ja nicht immer im Freien schlafen! Sie mussten vor der Hitze und vor den heftigen Tropengewittern geschützt werden. Also mussten Baracken gebaut werden. Doch es gab im Urwald keine Baufirma, die das erledigte, und es gab auch keinen Baumarkt, wo man Bretter und Nägel kaufen konnte. Also musste alles selbst geschaffen werden.

So zog Albert Schweitzer mit starken Männern, die ihre kranken Frauen im Hospital hatten, in den nahen Urwald. Dort fällten sie große Bäume und zersägten sie. Die Arbeit war bei der Hitze schwer und der Schweiß rann ihnen in Strömen von der Stirn. Die zersägten Bäume wurden dann an das Ufer des Flusses gerollt oder getragen und von dort in Kähne geladen und zu einem fernen Sägewerk gebracht. Danach kamen die Bretter dann wieder zurück und wurden zum Trocknen aufgestapelt. Auch dabei hat Albert geholfen, obwohl er schon vom Operieren ziemlich müde war. Doch er trug die Bretter mit wie alle anderen Männer. Da kam ein Afrikaner in vornehmem Anzug vorbei. Albert rief ihm zu: „He, Kamerad, helfen Sie uns bitte die Bretter tragen. Es wird gleich regnen und die Bretter werden nass!“ Aber der Afrikaner antwortete: „Das ist keine Arbeit für mich! Ich bin ein Studierter!“ Albert schüttelte nur den Kopf und sagte: „Schade, dass ich kein Studierter bin!“ Dabei hatte Albert Schweitzer viel mehr und viel länger studiert als der „vornehme“ Afrikaner!

Was hatten die fleißigen Hände  von Albert Schweitzer nicht alles zu tun! Am Vormittag mussten sie operieren, impfen und Salben auftragen; am Nachmittag galt es, Pfähle zu setzen, Dächer zu decken und Bretter zu nageln; abends spielten sie auf dem Tropenklavier und nachts schrieben sie Briefe und dicke Bücher. Nur wenige Stunden der Ruhe waren ihnen vergönnt.

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Wir merken uns: Kein Mensch ist für einfache Arbeiten zu schade. Man soll jede Arbeit achten und auch bereit sein, sie zu verrichten.

 

Albert Schweitzer – Seminar #13

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Die Geschichte vom Hühnerstall und vom Arzthelfer Joseph

Die siebzig Kisten standen am Ufer des Flusses. Da bekamen sie plötzlich viele schwarze Beine und wanderten den Hügel hinauf zum Holzhaus des Doktors und seiner Frau. Als der Doktor genauer hinsah, bemerkte er viele schwarze Jungen und Mädchen mit kurzen, krausen Haaren, die die Kisten hoch trugen und dabei lachten und schwatzten. Als alle Kisten im Doktorhaus untergebracht waren, stand nur noch das Klavier am Fluss. Das war aber zu schwer für die Kinder. Da mussten starke Männer kommen und das Instrument ins Haus tragen. Albert Schweitzer spielte nämlich abends nach der Arbeit immer auf dem Klavier Musikstücke von Johann Sebastian Bach oder schöne Choräle.

Schon als Albert und Helene die Kisten auspackten, kamen die ersten Kranken zu ihnen. Die meisten fuhren in Einbaumbooten auf dem Ogowefluss zur Station. Es hatte sich nämlich durch Buschtrommeln herumgesprochen, dass ein weißer Oganga in Lambarene ist. Ein Oganga ist ein Zauberer, der Menschen krank und wieder gesund machen kann. Aber Albert sagte ihnen, dass er kein Zauberer sei und auch niemanden krank machen will und kann.

Das sei nur böser Aberglaube. Aber die Kranken kamen nicht allein, sondern mit ihren Familien. Für die Behandlung mussten sie bezahlen. Weil die meisten kein Geld hatten, bezahlten sie mit Hühnern, Bananen oder Bambusstäben. Das alles brauchte der Doktor zur Ernährung und Unter­bringung der Menschen. Es gab nämlich noch gar kein Krankenhaus. Albert und Helene mussten im Freien operieren. Das war sehr mühsam, denn die Sonne schien heiß vom Himmel und wenn es regnete, mussten sie die Operation unterbrechen. Abends waren beide immer todmüde.

Doch bald kam Hilfe. Der Missionar zeigte ihnen einen kleinen Hühnerstall. Den konnten sie als „Operationssaal“ nutzen. Natürlich musste der Stall zuvor gründlich gesäubert werden. Aber nun mussten Albert und Helene nicht mehr in der heißen Sonne stehen und waren auch vor dem Regen geschützt. Der kleine Hühnerstall war der Anfang ihres Hospitals. Eine zweite Hilfe war der Joseph. Er war früher Koch gewesen und konnte acht Stammessprachen sprechen, außerdem französisch und englisch. So konnte er immer alles übersetzen, was der Doktor zu den Kranken sagte. Nur schreiben und lesen konnte Joseph nicht, denn er war nie in eine Schule gegangen. Der Doktor musste den Kranken ganz wichtige Hinweise geben: „Ihr dürft nicht in der Nähe des Krankenhauses hinspucken!“ Oder: „Ihr müsst eure Medizin so einnehmen, wie ich es euch sage!“ Zuerst haben sie nämlich oft alle Tabletten oder die verordneten Tropfen auf einmal geschluckt. Das war gefährlich und das darf man nicht. Weil Joseph früher Koch war, benutzte er auch Ausdrücke wie Fleischer. So sagte er zum Beispiel: „Der Mann hat Schmerzen am Kotelett.“ Oder: „Dieser Frau tut das Filet weh!“. Manche Kranke nahmen überhaupt keine Medizin ein. Sie glaubten, der Doktor würde sie durch Zauber heilen. Aber auch das ist schlimmer Aberglaube. Das alles mussten ihnen Albert und Helene geduldig erklären.

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