Albert Schweitzer – Seminar #9

Die Geschichte von den armen Familien und Albert Schweitzers Entschluss

Als Albert das Abitur bestanden hatte, studierte er in Straßburg Theologie und Philosophie. Das eine Fach beschäftigt sich mit der Religion und das andere mit der menschlichen Weisheit. Wie sein Vater wollte auch Albert Pfarrer werden. Er wollte aber nicht nur auf der Universität lernen, sondern auch daneben anderen Menschen helfen. Deshalb besuchte er arme Leute, sprach mit ihnen und übergab ihnen Geld, das reiche Menschen gespendet hatten. Die armen Leute freuten sich immer, wenn er zu ihnen kam, denn ihnen half sonst niemand. Sie waren so arm, dass die Kinder schon arbeiten gehen mussten, um etwas Geld zu verdienen. Sonst hätten sie nicht einmal genug zum Essen gehabt. Spielzeug hatten die Kinder sowieso nicht, denn dafür hatten die Eltern kein Geld. Sie spielten in der Küche auf dem Fußboden mit kleinen Steinchen. In der Küche hingen an Bindfäden Windeln und andere Wäschestücke zum Trocknen. Woanders war dafür kein Platz. Der Vater der Kinder war krank und verdiente nun gar kein Geld mehr. Die Mutter fing an zu weinen, weil sie nicht wusste, ob sie in der Wohnung bleiben durften. Sie konnte ja nun keine Miete bezahlen. Das war alles sehr traurig. Da legte ihr Albert Schweitzer etwas Geld auf den Küchentisch, damit die Mutter wenigstens etwas Brot und Milch für die Kinder kaufen konnte. Mutter und Kinder freuten sich darüber sehr und bedankten sich. Aber Albert wollte keinen Dank und sagte ihnen, dass das Geld von anderen Menschen stammte, die ein Herz für arme Laute hatten. Er habe es nur für sie gesammelt.

Die Mutter erzählte auch dem Albert, dass ihr ältester Sohn in der Schule gut lernt und schon das „ABC“ aufsagen kann. Darauf war sie sehr stolz.

Als Albert wieder zuhause war. dachte er über alles nach, was er gesehen und gehört hatte. Er fragte sich: “Warum habe ich es so gut in meiner Kindheit gehabt? Ich konnte spielen und lernen, hatte ein eigenes Bett und brauchte nie zu hungern! Viele andere Kinder hatten das alles nicht. Mein Glück ist also nicht selbstverständlich.”

Darauf legte Albert ein Gelübde ab, das heißt, er nahm sich fest vor: „Bis ich dreißig Jahre alt bin, will ich für mich leben. Ich will studieren, Orgel spielen und Konzerte geben, Bücher schreiben und Vorträge halten und in der Kirche predigen. Aber danach will ich vor allem für andere Menschen da sein. Ich will all denen helfen, denen es nicht so gut ging wie mir, so wie es Jesus mir gesagt hat.“

family197

family200

14 comments

  1. taphian · December 10, 2018

    Irgendwie erinnert mich dieser Lebensweg an den von Siddharta, lieber Peter. Gut, wenn man irgendwann merkt, wie schön es ist, anderen Menschen zu helfen. Liebe Grüße aus Hamburg, Mitza

    Liked by 3 people

  2. Amy · December 10, 2018

    This one I could read with almost no help from my dictionary. The more I read, the easier it gets. And these are so interesting (and short enough) that I am motivated to finish them. Danke!

    Liked by 3 people

  3. Pure Glory · December 10, 2018

    Albert had quite a heart of compassion for others. I am learning things I never knew about him.

    Liked by 2 people

  4. Stella, oh, Stella · December 10, 2018

    I only knew about his life after 30 … he obviously studied medicine as well.

    My niece in Oregon (5 years old) has as her future plan to become a female superhero to keep people safe. I like the spirit behind that wish. 🙂

    Liked by 2 people

  5. Ulli · December 11, 2018

    Lieber Peter, muss es nicht heißen: Mein Glück ist also NICHT selbstverständlich.“
    Wenn doch nur viel mehr Menschen so denken und ihrs teilen würden, dann wäre die Welt wirklich ein besserer Ort!
    Herzliche Grüße
    Ulli

    Liked by 2 people

    • Peter Klopp · December 11, 2018

      Da hast du völlig recht, liebe Ulli. Es freut mich, dass es Leser gibt, die gründlich die Posts über Albert Schweitzer lesen. Das Wort NICHT ist bei der Umwandlung vom Bild der Buchseite zu Text verloren gegangen. Vielen Dank, liebe Ulli! Ich habe schon die Korrektur vorgenommen. Hab noch eine schöne Woche!

      Liked by 1 person

  6. Markus @ POINT BLANK · December 11, 2018

    Wir merken uns:
    Es ist gut über sein Leben nachzudenken, Pläne zu haben und über die Rescourcen für die Liebe die man empfängt und die die man weitergibt nachzudenken.

    Danke für’s Teilen, Peter

    Liked by 2 people

  7. kopfundgestalt · December 11, 2018

    SO ein Gelübde kann man nur ablegen, wenn man im Vollbesitz seiner Kräfte ist.
    Mit 33 war ich schwer depressiv, in dieses Raster fiel ich nicht.

    Liked by 1 person

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.